Zwei Urlaubstage verschenkt

Was Mitarbeiter frustriert

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Hoher Druck, wenig Pausen, viele Überstunden - nach dem Krisenjahr 2009 sind viele frustriert.

Im Krisenjahr 2009 ist die Arbeitszufriedenheit von Fach- und Führungskräften in Deutschland rapide gesunken: Nur noch rund 46 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden Im vergangenen Jahr lag diese Zahl noch bei knapp 77 Prozent. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in München. Unter dem Motto "FOM fragt nach" hat die Hochschule zum Jahreswechsel 1470 Selbständige, Manager und Fachangestellte befragt.

Quelle: Fotolia, soupstock
Quelle: Fotolia, soupstock
Foto: Fotolia, soupstock

"Es scheint, dass die individuelle Belastung der Mitarbeiter zugenommen hat", so Ulrike Hellert, wissenschaftliche Leiterin der Befragung. Obwohl die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit 38,3 Stunden pro Woche beträgt, arbeiten vier von fünf Mitarbeiter im Schnitt 42,4 Stunden.

"Wenn man die Überstunden hochrechnet, schenken diese Mitarbeiter ihren Unternehmen zwei Arbeitstage pro Monat", sagt Hellert

Auch beim Urlaub wird Verzicht groß geschrieben: Von durchschnittlich 28,4 vertraglich zugesicherten Urlaubstagen nehmen die Fachkräfte 25,9 Tage in Anspruch. Gleichzeitig steigt die Arbeitsbelastung: 44,4 Prozent sagten, oft beziehungsweise sehr oft zeitlichem Druck ausgesetzt zu sein. "Weniger Pausen, erhöhter Zeitdruck und zu wenig Erholung durch Urlaub - das ist eine alarmierende Entwicklung, denn all diese Faktoren bedingen eine steigende psychische Belastung", so die FOM-Professorin.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird von 35,4 Prozent der Fach- und Führungskräfte als schlecht beziehungsweise sehr schlecht beurteilt. Für die Möglichkeit, im "Home Office" zu arbeiten, interessieren sich mehr als die Hälfte (52,8 Prozent). "Es gibt hier offenbar viel zu tun", so Hellert. "Wir brauchen deutlich bessere Bedingungen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen." Es gibt aber auch einen wichtigen positiven Aspekt: Fast drei Viertel der Befragten (71,5 Prozent) können ihre Arbeitszeit eigenverantwortlich gestalten.