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Was macht eigentlich... Casey Powell?

04.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - 1983 gründete Karl "Casey" Powell den Server-Hersteller Sequent, den er 16 Jahre später für 810 Millionen Dollar an IBM verkaufte. Neuerdings ist er CEO (Chief Executive Officer) von Nextgig im kalifornischen San Diego. Diese 44-köpfige Startup-Firma ist angetreten, um mit einem speziellen Gerät die Datenbanken von Unternehmen zu beschleunigen. Es handelt sich dabei offenbar um ein ausgefeiltes Caching-Appliance, das zwischen Datenbank-Server und Nutzern sitzt und sowohl häufige Abfrage als auch deren Ergebnisse zwischenspeichert. Die Software versucht außerdem, die wahrscheinlichsten zukünftigen Abfragen vorherzusagen und speichert diese vorsorglich gleich mit.

Laut Nextgig soll sich damit eine Datenbank um bis zu Faktor zehn beschleunigen lassen. "Das wäre absolut revolutionär, aber ich bin skeptisch", warnt Gartner-Analyst John Ruben. Ähnliche Projekte in der Vergangenheit hätten nie den gewünschten Erfolg gebracht. "Peripherietechnik zur Verbesserung der Datenbankleistung zieht irgendwie nicht", glaubt Ruben. "Die meisten Möglichkeiten gibt es immer noch in der Datenbank-Engine selbst.

Powell ist indes zuversichtlich, dass er sein Versprechen einlösen und Nextgig - von ComVentures und Doll Capital Management mit 15,5 Millionen Dollar Risikokapital ausgestattet - zu einer echten Institution der Branche machen kann. Er wolle endlich eine Firma mit einer Milliarde Dollar Umsatz im Jahr (was ihm mit Sequent leider verwehrt blieb). "Ich brauche diesen letzten Kick. Ich brauche eine Milliarden-Dollar-Firma", erklärte der CEO. Erste Testversionen des Datenbankbeschleunigers "DA400" soll es im Juni dieses Jahres geben, die Produktion in Stückzahlen ist für Ende des Jahres vorgesehen. (tc)