Analyse des Wall Street Journal

Was läuft falsch bei HP?

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Für eine langfristig erfolgreiche Neuausrichtung von Hewlett-Packard (HP) sind Verlässlichkeit auf dem CEO-Posten, eine verantwortungsvolle Ausgabenpolitik und frische Produkte unerlässlich.
Die Garage, in der die HP-Story seinen Anfang nahm.
Die Garage, in der die HP-Story seinen Anfang nahm.
Foto: HP

Unbeständige Strategien, altbackene Produkte, verunsicherte Mitarbeiter und ein Börsenkurs um Sinkflug - HPs Krankheitssymptome sind vielfältig, die Ursachen nicht. Das "Wall Street Journal" führt sämtliche Probleme auf die Unbeständigkeit in der Unternehmensführung zurück: Zu viele CEOs haben in zu kurzer Zeit zu viele unterschiedliche Strategien verfolgt.

Die Wirtschaftszeitung hat sich in ihrer ausführlichen Analyse "What's Gone Wrong With H-P?" mit dem einst großen und stolzen IT-Konzern intensiv auseinander gesetzt. Wir fassen die wichtigsten Aspekte zusammen:

Im Jahr 2010 strotzte HP noch vor Zuversicht. HP sei das "größte IT-Unternehmen der Welt", befand der damalige CEO Mark Hurd. "Wir schöpfen unser volles Potenzial noch gar nicht aus." Zwei Jahre und zwei CEOs später wackelt der Konzern bedenklich. In kurzer Zeit sackte die Marktkapitalisierung von einstmals mehr als 100 Milliarden Dollar auf weniger als 30 Milliarden Dollar. Vergangene Woche erreichte HPs Börsenkurs ein neues Zehnjahrestief.

Die aktuelle Unternehmenslenkerin Meg Whitman hat dem Konzern, der Drucker, PCs, Server, Software und Services sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundensegment verkauft, eine ernüchternde Bilanz vorgelegt: Das Unternehmen habe veraltete Produkte und pflege überholte interne Prozesse; ihm fehle eine Patentlösung für eine erfolgreiche Wende. Im kommenden Jahr werde der Gewinn erneut schwinden und vor 2015 sei kein bedeutendes Umsatzwachstum zu erwarten.

Das Wall Street Journal reduziert HPs Schwierigkeiten auf vier Kernprobleme: