IT-Freiberufler-Studie 2011

Was IT-Manager von Vermittlern erwarten

30.11.2011
Von 
Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.

Nach einer Woche ausgetauscht

Armin Barbalata, Mindmatics: "Die fachliche Qualifikation des Bewerbers steht an erster Stelle."
Armin Barbalata, Mindmatics: "Die fachliche Qualifikation des Bewerbers steht an erster Stelle."
Foto: Joachim Wendler

Dass die Qualität der Kandidaten in der Studie als wichtigstes Kriterium vor verbindlicher Verfügbarkeit und Qualität der Betreuung steht, überrascht IT-Entscheider nicht. "Natürlich steht die fachliche Qualifikation des Bewerbers an erster Stelle", bestätigt Armin Barbalata, CTO des Münchner Payment- und Messaging-Anbieters Mindmatics.

Dass diese nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist, hat der CTO bereits erlebt. Die Folge: Nachdem der Externe die erforderte Leistung nicht ausreichend geboten hatte, tauschte das Unternehmen ihn nach einer Woche aus. Darüber hinaus müssen die Freelancer für Barbalata zum Unternehmen passen. Das gelte auch für das Erscheinungsbild. Nach seiner Erfahrung sollte der Banker Anzug und Krawatte tragen, während die IT-Profis in einem Softwarehaus durchaus auch in Jeans Programme entwickeln könnten. Ob der Kandidat zu Mindmatics passt, wird laut Barbalata in einem Interview geprüft. "Der Vermittler muss also das richtige Händchen für den richtigen Kandidaten haben", erklärt er. Zurzeit arbeitet das Unternehmen verstärkt mit Software- oder spezialisierten IT-Consulting-Firmen und weniger mit Freiberuflern zusammen. Allerdings schließt Barbalata nicht aus, dass sich das wieder ändern könne.

Jutta Rößner, Datev: "Uns ist auch das Verhältnis zwischen Vermittler und Freiberufler wichtig."
Jutta Rößner, Datev: "Uns ist auch das Verhältnis zwischen Vermittler und Freiberufler wichtig."
Foto: Joachim Wendler

Für Jutta Rößner, die die Hauptabteilung Technologieleitlinie, Architekturen und User-Experience bei Datev leitet, steht die individuelle Betreuung durch den Anbieter ganz oben auf der Wunschliste. Dieser müsse das Einsatzspektrum ihres Unternehmens sehr genau kennen: "Dieses Wissen sollte der Vermittler auch an die Externen weitergeben."

Tatsächlich werden die zum Teil regionalen Anbieter ein- oder zweimal im Jahr bei Datev vorstellig, um zu erfahren, welche IT-Projekte anstehen und welches Know-how die Externen dafür mitbringen müssen. Damit nicht genug: Zusätzlich schlagen sie dem Nürnberger Dienstleister den einen oder anderen Freiberufler für ein bestimmtes Projekt vor. Rößner: "Das ist in meinen Augen nicht nur individuelle, sondern auch aktive Betreuung." Der Anbieter sollte das Unternehmen so gut kennen, dass er bei einer Anfrage den möglichen Kandidaten bereits im Hinterkopf habe.

Durchwachsene Erfahrungen

Harald Berger, Freudenberg: "Die Qualität der Freiberufler konnte nicht immer überzeugen."
Harald Berger, Freudenberg: "Die Qualität der Freiberufler konnte nicht immer überzeugen."
Foto: Freudenberg/H. Königes

Besonders wichtig ist Datev ein gutes Verhältnis zwischen dem Anbieter und seinen Freiberuflern. Rößner: "Wenn uns etwas in Richtung Ausbeutung zu Ohren kommt, sind wir an einer weiteren Zusammenarbeit nicht interessiert." Dass es nicht nur zufriedene IT-Entscheider gibt, wissen auch die Agenturen und IT-Consulting-Unternehmen. Harald Berger, Corporate Director HR und Chief Information Officer bei der Freudenberg Haushaltsprodukte KG, hat beispielsweise unterschiedliche Erfahrungen gemacht: "Die Qualität der Externen konnte nicht immer überzeugen."

Sein Fazit: Für das Unternehmen steht bei den Vermittlern neben der fachlichen Kompetenz des Ansprechpartners die Zuverlässigkeit im Vordergrund. Gemeinsam getroffene Absprachen über Termin und Kosten müssten eingehalten werden. Wünschenswert wäre es zudem, wenn die Agenturen ihre eigenen Mitarbeiter kundenspezifisch qualifizieren würden.

CW-Freiberufler-Studie 2011

Spezialisierung und Erfahrung sind Trumpf (Teil 1, 19.10.2011)

Hohe Erwartungen an selbständige IT-Profis (Teil 2, 9.11.2011)

Welche Faktoren beeinflussen den Projektmarkt? (Teil 3, 16.11.2011)

Was erwarten Anwenderunternehmen von Vermittlungsagenturen? (Teil 4, 30.11.2011)