Dresscodes im Job

Was ist "business casual"?

29.08.2015 | von 
Karen Funk
Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - sowohl für die Website als auch für das Heft der COMPUTERWOCHE und CIO-Magazin. IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
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Dürfen Sie Jeans tragen, wenn der Kleidungsstil "business casual" verlangt wird? Was versteht man unter "Come as you are" im Business-Kontext? Wir verraten Ihnen, welche Kleidung Sie in welcher Situation im Job anziehen müssen, um sich nicht zu blamieren.
Wer Karriere machen will, sollte auf die passende Business-Kleidung achten.
Wer Karriere machen will, sollte auf die passende Business-Kleidung achten.
Foto: rangizzz - shutterstock.com

Wie häufig haben Sie beim Dresscode "business casual" auf der Einladung zu einer Firmenveranstaltung oder einem Kongress überlegt, was Sie anziehen werden? Oder haben bei Abendeinladungen gegrübelt, was unter "festliche Abendgarderobe" zu verstehen ist? Haben Sie deswegen schon einmal einen Rundruf bei Kollegen und Abteilungsassistenz gestartet? Wäre es nicht schön gewesen, wenn sich der Einladende deutlich ausgedrückt hätte?

Die Trainerinnen Anke Quittschau und Christina Tabernig von der Agentur korrekt! bringen Licht ins Dunkel der Kleiderordnungen. Sie haben eine Übersicht über die wichtigsten Dresscodes im Geschäftsleben mit den Do's and Don'ts erstellt:

Day Informal / Business Attire / Tenue de Ville

Anlass: Geschäftsreise

Tipp: Es geht um einen Business-Tag, der außerhalb der eigenen Geschäftsräume und/oder mit externen Partnern/ Kunden verbracht wird. Erwartet wird ein dunkler Anzug (meist dunkelgrau, anthrazit oder dunkelblau) mit Hemd, Krawatte und schlichten Schuhen.

Das geht gar nicht: Jeans oder andere Freizeitkleidung.

Business (hochoffiziell)

Anlässe: tägliches Business in hohen Führungsebenen, Business-Veranstaltungen

Tipp: Erwartet wird ein (dreiteiliger) dunkler Anzug mit Weste, Hemd, Krawatte und glatten Lederschuhen. Schlichte Manschettenknöpfe sind gern gesehene Accessoires, der Anzug sollte dunkelgrau, anthrazit oder dunkelblau sein und darf einen Nadelstreifen haben. Bei einer Abendveranstaltung darf der Anzug auch Schwarz sein. Hier wird klassische Eleganz erwartet.

Das geht gar nicht: Helle Anzüge, Rollkragenpullover, keine Krawatte, Button-down-Hemd.

Business (offiziell)

Anlässe: tägliches Business in mittleren und höheren Führungsebenen, Business-Veranstaltungen

Tipp: Erwartet wird ein zwei- oder dreiteiliger, dunkler Anzug mit Hemd, Krawatte und glatten Lederschuhen. Der Anzug kann neben den üblichen dunklen Farben auch grau, braun oder Cognac-farben sein. Allerdings sollten Sie insbesondere bei braunen Anzügen die Schuhe und den Gürtel farblich abstimmen. Nadelstreifen, farbige Krawatten sowie Hemden in Pastelltönen mit feinen Streifen oder Gitterkaros sind erlaubt. Achten Sie auf eine dezente Kombination, sonst wirkt der Look schnell überladen.

Die Regel lautet: Nie mehr als zwei Muster gleichzeitig tragen.

Das geht gar nicht: Pullover, aufgeknöpfte Hemden, Button-down-Hemd, keine Krawatte, ungepflegte Schuhe, helle Socken.

Semi formal

Anlässe: Geschäftsalltag mit Kontakt zur Chefetage, Geschäftsreise

Tipp: Dieser Dresscode klingt legerer, als er ist, beinhaltet er doch eine Mixtur der oben genannten klassischen Outfits. Der erwartete Grad an Eleganz ist nicht zu unterschätzen: tagsüber trägt der Mann auf jeden Fall einen dunklen Anzug, Hemd und Krawatte.

Das geht gar nicht: Feierabend-Look mit gelockerter Krawatte, aufgekrempelten Ärmeln und einem über die Schulter geworfenen Jackett. Semi-formell oder "semi formal" bedeutet nicht "halb"-formell!

Business casual

Anlässe: Brunch, Sightseeing im Rahmen einer Geschäftsreise, internes Meeting außerhalb des Büros

Business casual: Cordsakko ja, Jeans nein!
Business casual: Cordsakko ja, Jeans nein!
Foto: Fotolia, artivista

Tipp: Dieser Dresscode suggeriert zwar einen Freizeit-Look, jedoch nur im angemessenen Rahmen: Jeans, Shorts und offene Schuhe sind absolut tabu. Stilvoll sind Polohemden, farbige Oberhemden und/oder feine Strickpullover in Kombination mit Baumwoll- oder Cordhosen.

Das geht gar nicht: Sportkleidung ist nicht gewünscht. Sparen Sie sich Ihre Shorts für den Badeurlaub auf.

Come as you are (smart casual)

Anlässe: Geschäftsessen oder Drink nach Feierabend

Tipp: Dieser Dresscode meint tatsächlich das, wonach er klingt: Kommen Sie so, wie Sie (nach Büroschluss) sind, lassen Sie Ihren Anzug an und ziehen Sie die Krawatte aus, sich umzuziehen ist nicht nötig. Wer direkt von Zuhause kommt, sollte allerdings nicht in die Falle tappen und in Jeans auftauchen. Erwartet wird ein korrekter (Business-)Look, Hemd und Flanellhose sind also die Basics.

Das geht gar nicht: Freizeitkleidung wie Jeans und T-Shirt.

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Nicole

Der Artikel sollte "Dresscodes - für die Herren" heißen. Gerade von zwei Schreiberinnen hätte ich erwartet, dass sie auch an die Frauen im Business denken. Oder sollen wir auch alle mit Anzug und Krawatte herumlaufen?

Torsten Clauß

Purer Nonsens, welcher Ingenieur oder Informatiker trägt heute noch einen Anzug?
Keine Ahnung in welcher Welt Anke Quitschau und Christina Quitschau leben, aber ein Anzug zieht vor allem Zweifel an der Kompetenz nach sich.
Wer in der Branche ein gewisses Standing hat, trägt keinen Anzug.
Das war vor 25 Jahren schon so und hat sich bis heute nicht geändert.
Im Gegenteil, mittlerweile verzichten auch die meisten anderen Branchen, von den unseriösen Bankstern in Frankfurt mal abgesehen, im geschäftlichen Umfeld bei der täglichen Arbeit auf Anzug und Krawatte.
Im Jahr 2015 stehen Anzüge im Geschäftsleben vor allem für mangelnde Seriosität gepaart mit mangelndem Know How.

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