Der ideale CIO
Was Headhunter wollen
Was muss ein CIO können, um erfolgreich zu sein? Auf welche Skills achten Headhunter, wenn sie Kandidaten unter die Lupe nehmen? Über die fünf wichtigsten Eigenschaften eines CIO diskutierten vier Personalberater Mitte Februar auf den Hamburger IT-Strategietagen mit den Gastgebern Horst Ellermann und Helmut Krcmar.

Foto: Joachim Wendler
Alle Diskutanten waren sich einig: IT-Wissen ist die Basis, reicht allein aber nicht aus. Für Jan Cron von der Personalberatung Russell Reynolds Associates sollten IT-Leiter unternehmerischen Scharfsinn mitbringen, strategisch denken und kommunikationsstark sein. Die Kandidaten müssen internationale Teams führen können sowie flexibel und anpassungsfähig sein. Grundqualifikationen für CIOs seien zudem nach wie vor die Beherrschung der englischen Sprache und die internationale Parkettsicherheit, "also ein Gespür für cross-nationale Themen".
CIOs müssen führen können
Für Sven Michaelis von Egon Zehnder International zählen vor allem generelle Management-Fähigkeiten: IT-Chefs müssten ein Team führen können, "dafür werden sie bezahlt". Dazu gehöre auch, die eigenen Mitarbeiter zu beobachten und zu überlegen, "wie entwickle ich die Menschen weiter". Zudem sollte sich ein CIO mit seinen Business-Kollegen auf Augenhöhe austauschen können, was ein gutes Verständnis für das Business-Umfeld und die Kundenbedürfnisse voraussetze. Ein CIO müsse das Gesamtunternehmen im Blick behalten sowie Business-Prozesse mit dem IT-Team und den Kollegen in den Abteilungen gestalten und umsetzen.
Da ein CIO in einem mittelständischen Unternehmen oft 40 bis 60 Projekte gleichzeitig betreut, achtet Sven Schatteburg von Kienbaum Management Consultants darauf, ob Kandidaten Projekte erfolgreich umgesetzt und das im Unternehmen entsprechend kommuniziert haben. Leadership-Mentalität steht für ihn ebenfalls ganz oben: "Es spricht nichts dagegen, eine charismatische Person zu sein." Ein CIO sollte seine Richtlinien aktiv vorleben. Schatteburg hebt ferner bereichsübergreifendes Denken ("Nicht in Silos denken") und Prozessaffinität hervor.
Loyalität und Motivation
"Veränderungsprozesse dauern viele Jahre", sagte Edgar Kirchmann von der SUP Societät für Unternehmensplanung. Daher gehe es bei der Besetzung von CIO-Positionen vor allem um die Person selbst und darum, ob sie ins Management passe. Stichwort Loyalität: Ein CIO sollte zu seinem Arbeitgeber stehen und nicht gleich jedem Lockruf anderer verfallen. Zudem brauche er viel Kraft, um lange Projekte durchzustehen und die Mitarbeiter zu motivieren.
Einig waren sich die Experten darin, dass es für die CIO-Karriere förderlich sei, auch einmal in anderen Business-Bereichen zu arbeiten. Ebenso positiv bewerteten sie einen MBA-Abschluss und Auslandsaufenthalte. Der Technikbezug sei zwar ein Muss, so Kirchmann, aber rein technikverliebte IT-Leiter wolle keiner: "CIOs müssen unternehmerisch denken und handeln und die IT in das Geschäft hineintransportieren."
Viele Qualifikationen können den Experten zufolge nur im persönlichen Gespräch ausgelotet werden. Cron erklärte, er frage CIOs etwa nach der Motivation hinter bestimmten Berufsentscheidungen oder bitte die Kandidaten um Beispiele, wo sie sehr innovativ gewesen seien.
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