Gehälter der Chefs

Was Führungskräfte 2013 verdienen

Hans Königes
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
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Besonders im IT-Management lässt sich dank üppiger Boni viel Geld verdienen. Das ergab eine Vergütungsstudie von Personalmarkt und der COMPUTERWOCHE.
Finanzielle Anreize und Wohlfühlleistungen müssen Unternehmen bieten, um IT-Führungskräfte zu gewinnen.
Finanzielle Anreize und Wohlfühlleistungen müssen Unternehmen bieten, um IT-Führungskräfte zu gewinnen.
Foto: K.-U. Häßler/Fotolia.com

Christof Müller ist Personal-Manager. Sein Arbeitgeber, Immobilienscout24, gehört nicht mehr zum Kreis der coolen Startups, was die Ausgangslage nicht unbedingt einfacher macht. Auch handelt es sich nicht um einen Konzern, der die Möglichkeit hat, mit üppigen Gehältern zu locken. Umso wichtiger ist es für Müller und seine Kollegen, vielversprechenden Bewerbern zu verdeutlichen, dass sein Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber ist, der auf vielen anderen Gebieten punkten kann. Und das gelingt: Immerhin gehört die Berliner Online-Plattform zu den Siegern im Arbeitgeberwettbewerb Great Place to Work. Besonders positiv wurden darin die Unternehmenskultur, der Teamgeist und die Förderung der Mitarbeiter bewertet.

Vor allem eine auf Vertrauen basierende Unternehmenskultur ist etwas, was sich schnell herumspricht und womit Unternehmen punkten können. Jürgen Rohrmeier, Personalberater und Vorstandsmitglied der Pape Consulting Group in München, betont, dass sich Unternehmen heute richtig anstrengen müssen, um gute Fach- und Führungskräfte zu bekommen: "Die Kunst besteht darin, einen IT-Leiter zu einem Mittelständler nach Mühldorf zu holen." Und das ist laut Rohrmeier keineswegs ein aussichtsloses Unterfangen.

Die Mischung aus finanziellen Anreizen und Wohlfühlleistungen muss stimmen - darin sind sich Personalprofis einig. Noch immer herrscht eine manchmal recht große Diskrepanz zwischen dem, was Arbeitgeber zu zahlen bereit sind, und dem, was Bewerber verlangen. Personalberater Rohrmeier sagt: "Vielen Kandidaten muss ich absagen, weil die Arbeitgeber kein Entgegenkommen signalisieren, wenn es um das Gehalt geht." Andererseits sei heute vielen Firmenchefs bewusst, dass sie für eine gute IT-Fachkraft etwas tiefer als geplant in die Tasche greifen müssen. "Da muss dann der Mittelständler in der Provinz auch mal 80.000 Euro Jahresgehalt für einen erfahrenen Projektleiter springen lassen", so Rohrmeier. Für 50.000 Euro werde der sicher nicht aufs Land ziehen.

Hartes Los: Sandwich-Manager

Christof Müller, Immobilienscout 24: "Mittlere Manager müssen viel Druck von oben und unten aushalten können."
Christof Müller, Immobilienscout 24: "Mittlere Manager müssen viel Druck von oben und unten aushalten können."
Foto: Immobilien Scout GmbH

Am schwierigsten zu finden sind die sogenannten Sandwich-Manager, wie Müller und Rohrmeier unabhängig voneinander berichten. Es geht um diejenigen, die ein Team führen können und gleichzeitig fachlich fit sind. Außerdem müssen sie belastbar sein und den Druck von oben wie von unten aushalten. Und obendrein, ganz wichtig, müssen sie in das Unternehmen und in ihre Mannschaft passen. Denn so viel hat sich inzwischen herumgesprochen: Bewerber kommen wegen guter Konditionen, attraktiver Aufgaben und einem positiven Image des Arbeitgebers. Und sie gehen wegen des direkten Vorgesetzten. Deshalb avanciert der Sandwich-Manager zur Schlüsselfigur und das sollte - auch finanziell - honoriert werden.

Ein Großteil der IT-Manager, die sich je nach Unternehmensgröße und Status in Gruppen-, Abteilungs- oder Bereichsleiter unterteilen lassen, stecken in dieser Sandwich-Position. Daher überrascht es nicht, dass sie laut Personalmarkt-Studie im Durchschnitt auf eine Gehaltssteigerung von 7,5 Prozent kommen. Das heißt konkret: Das Gehalt des IT-Managers über alle Funktionen hinweg ist von 106.380 Euro auf 114.450 Euro pro Jahr gestiegen. Gemeint sind bei diesen und allen anderen hier genannten Gehaltszahlen die Jahresgesamtbezüge, also das Fixgehalt plus variablen Anteilen wie Boni und Prämien.

Die Studie

Die Vergütungsstudie "IT-Funktionen 2012/2013" kann zum Preis von 599 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkostenpauschale) über die Homepage von Personalmarkt (www.personalmarkt.de) bestellt werden. Die Studie richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche aus der IT-Wirtschaft sowie an Personal- und Unternehmensberater.

Wer hat mitgemacht?

- An der Studie haben sich 47 IT-Unternehmen und Anwenderfirmen beteiligt, die insgesamt 2413 Gehaltsdatensätze geliefert haben.

- Weitere 12.668 Datensätze stammen aus Direktbefragungen von Fach- und Führungskräften. Insgesamt sind so 15.081 Datensätze in die Studie eingeflossen.

Zur Methode

- Personalmarkt hat Höhe und Struktur der Gehälter von 28 Funktionen ausgewertet.

- Innerhalb einer Funktion wurde nach Anspruchsstufen differenziert: Die Gehälter von IT-Beratern etwa sind vom einfachen Consultant bis hin zum Manager mit Personalverantwortung analysiert worden.

- Die Gehälter für alle Funktionen wurden getrennt nach unterschiedlichen Firmengrößen ausgewertet.

- Berechnet wurden das Gesamt- und das Grundgehalt sowie alle Nebenleistungen.