Was CIOs akut beschäftigt

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.

Sie sind Bürgermeister einer mittleren Stadt, aber beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Informationstechnik. Warum tun Sie das?

Ich kümmere mich nicht um die IT, sondern um die Zukunftssicherheit der Stadt. Und die IT leistet einen großen Beitrag dazu. Das Operative erledigen meine Leute, aber ich möchte die Strukturen bestimmen. Wenn sich ein Bürgermeister nicht um dieses Thema kümmert, verstehe ich das nicht.

Konkret entwickeln wir derzeit unser "Bürgerkonto" weiter. Wir wollen, dass die Bürger im Web nicht nur sehen können, was sie der Stadtkasse schulden, sondern auch, was die Stadt ihnen eventuell schuldet, beispielsweise in Form von Handwerksrechnungen. Oder anders ausgedrückt: Wir wollen dort die Debitoren- und die Kreditorenseite abbilden.

Nachdem wir jetzt seit fünf Jahren eine kaufmännische Steuerung unserer Finanzen haben, arbeiten wir derzeit an einem Führungsinformationssystem. Alle meine Führungskräfte aus jedem steuerungsrelevanten Verwaltungsbereich sollen in einem Portal prüfen können, ob ihre Kontrakte mit dem Stadtrat noch à jour sind, also ob sich die Projekte im Soll befinden und voraussichtlich ihr Ziel erreichen.

Darüber hinaus wollen wir ein Dokumenten-Management-System einführen, mit dem wir die Eingangspost digitalisieren und in einen automatischen Workflow geben können. Für ein Softwareprodukt haben wir uns noch nicht entschieden. Die schwierigste Arbeit besteht doch darin, den Workflow zu stricken. Damit wollen wir noch in diesem Jahr fertig werden. Auf jeden Fall sind wir der Ansicht, dass nicht die Software uns bestimmen, sondern dass sie sich unseren Abläufen anpassen sollte.