Was bei der Einführung von Telearbeit zu beachten ist

Senior Communication Managerin bei der Content Marketing Agentur Evernine
Marktforschern zufolge ist die Produktivität der Telearbeiter höher als bei den Kollegen, die ihren Stammplatz nur im Büro haben. Ein Telearbeitsplatz lässt sich jedoch nicht von heute auf morgen einrichten. Es muss Vorarbeit geleistet werden: bei der Planung und bei der Organisation.

„Der Meier hat heute seinen Telearbeitstag.“. Schwingt da ein Unterton von Skepsis mit in der Antwort auf die Frage nach dem Verbleiben des Kollegen? Telearbeit klingt für viele „stationäre“ Mitarbeiter erst mal nach „Faulenzen“. Dieser Eindruck ist falsch: Untersuchungen und Erfahrungen von Telearbeitgebern widerlegen diese Annahme und belegen sogar Einsparpotenziale.

Laut dem Marktforschungsinstitut Gallup liegt die Produktivität bei Telearbeitern um 22 bis 45 Prozent höher - "infolge von weniger Unterbrechungen, geringeren Ausfallzeiten wegen Witterungsbedingungen oder kranken Kindern und dem Wegfallen des Pendelverkehrs zum Arbeitsplatz und zurück." Allerdings: Wer sich auf Telearbeit einlässt, muss dafür technisch und organisatorisch gerüstet sein.

"Nötig ist eine sorgfältige Planung und eine Umstellung der Arbeitsorganisation", erklärt Maria-Christina Perdikomati, Fachberaterin bei der TA Telearbeit Gesellschaft für innovative Arbeits-, Organisations- und Geschäftsformen mbH in Köln. "Dokumente müssen online verfügbar sein, das heißt, elektronische Archive müssen vorhanden sein. Wer mit Aktenordnern arbeitet, sollte sie schrittweise elektronisch verfügbar machen, um einen reibungslosen Ablauf der Telearbeit zu ermöglichen."

Die Frage, ob der Arbeitsplatz im Büro oder zuhause teurer ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Die Angaben reichen von "keinen Unterschied“ bis hin zu Berechnungen, in denen der Telearbeitsplatz nur knapp die Hälfte eines Büroarbeitsplatzes kostet. Die rein technische Ausstattung am heimischen Schreibtisch unterscheidet sich nicht sehr von der im Büro: Vorhanden sein müssen ein PC oder Laptop, Internet-Anbindung, Telefon mit ISDN-Anschluss, Fax und die entsprechende Büro-Software. Dazu kommen - je nach Anforderung - Anwendungen für den sicheren Remote-Zugriff auf das Unternehmensnetz, die Erweiterung der Telefonanlage oder die Einrichtung eines virtuellen privaten Netzes (VPN).

Neben den einmaligen Ausgaben für Mobiliar, Telekommunikationseinrichtungen sowie Hard- und Software sind bei Einführung von Telearbeit auch Projektkosten zu kalkulieren. Diese beinhalten beispielsweise die Projektplanung, ein Organisations- und Technikkonzept sowie Kurse. Schulungsinhalte können neben den Gebieten Technik/ Kommunikationssoftware insbesondere die Themen Teamarbeit und Zusammenarbeit in virtuellen Teams sein. Für Manager sind in dem Zusammenhang Seminare zum „Führen mit Zielvereinbarungen“ sinnvoll.

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