Jobprofil SPI-Manager

Warum sich die Ausbildung zum Prozessprofi lohnt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im vorigen Jahr absolvierten die ersten Software Process Improvement (SPI-)Manager ihre Ausbildung. Tanja Torzewski gehörte dazu.
Tanja Torzewski: "Das Arbeiten mit Prozessen ist abstrakter als die eines Rechtsanwaltes."
Tanja Torzewski: "Das Arbeiten mit Prozessen ist abstrakter als die eines Rechtsanwaltes."
Foto: Tanja Torzewski, Siemens IT Solutions and Services Berlin

Ein Unternehmen möchte eine neue Dienstleistung am Markt testen, deren Erbringung von einer funktionierenden IT-Infrastruktur abhängig ist. Dazu plant das Marketing eine groß angelegte Werbekampagne und die IT startet das Infrastrukturprojekt. Dieses muss zwingend pünktlich geliefert werden, damit die Produkteinführung erfolgreich verläuft. Um das zu gewährleisten, sind reibungslos funktionierende Prozesse unerlässlich. Wiederum ein anderes Unternehmen möchte Routinetätigkeiten outsourcen. Ob dabei der erstrebte Nutzen auch tatsächlich erreicht wird, hängt ebenfalls von einem belastbaren Prozesssystem ab.

"Die Arbeit mit Prozessen ist abstrakter als die eines Rechtsanwaltes oder Arztes. Sie ist für jemanden, der nicht direkt aus unserem Fachbereich kommt erklärungsbedürftig", erläutert die studierte Betriebswirtin mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik Tanja Torzewski. "Das SPI-Zertifikat fasst die Aufgaben eines Prozessverbesserungs-Managers zusammen, definiert diese und macht das Berufsbild somit für das Umfeld verständlich."

Neben dem Kern-Know-how eines SPI Managers wie Kenntnisse der wichtigen Modelle der Prozessverbesserung wie Capability Maturity Model Integration (kurz CMMI) oder dem Simulationstool SPICE, trainieren die Teilnehmer insbesondere ihre kommunikative Kompetenz. "Sehr gut gefallen hat mir die Kombination aus fachlichem Input und Themen rund um Soft Skills wie Teambildung, Motivationstechniken oder interkulturelle Kompetenz im Umgang mit multinationalen Teams und Partnern. Gut waren auch die Schulungen, wie man das Management von seinen Vorschlägen überzeugt", erzählt Torzewski.

Letzteres ist eine entscheidende Qualifikation des SPI-Spezialisten, denn nur wenn das Management und die Anwender ein Prozessmodell akzeptieren, wird es auch im Sinne des Unternehmens umgesetzt. Dabei muss der SPI-Manager die Prozesse genau an das Unternehmen, seine Ziele und sein Geschäftsumfeld anpassen.

Von Praktikern lernen

Besonders profitierte Torzewski von der langjährigen Praxis- und Projekterfahrung des Ausbilders. "Nur so lassen sich derartig komplexe Inhalte vermitteln und Fragen gezielt beantworten", unterstreicht die Absolventin. Aus Erfahrung weiß auch Tomas Schweigert, Ausbildungsleiter und Senior Principal Consultant bei der SQS AG, dass Teilnehmer mithilfe konkreter Projektbeispiele das Gelernte am besten verstehen und somit in die Praxis übertragen können. So legt er bei der Ausbildung großen Wert darauf, dass die Teilnehmer die Ausbildungsinhalte gemeinsam anhand realer Situationen erarbeiten.

Auch Siemens-Frau Torzewski setzt das Gelernte in ihrem Berufsalltag um und wendet Techniken der Ausbildung an. Beispielsweise bei der Entwicklung der Mission und Vision für ihr Team oder auch bei der Umsetzung von Metriken zur Abstimmung von Geschäftszielen. Zudem plant sie in naher Zukunft auch die Prozess- und Organisationsreife anhand eines in der Ausbildung erlernten Reifegradmodells zu bewerten.