Spezifikationen gefragt

Warum Outsourcer und Auftraggeber nicht zusammenkommen

Johannes Königes ist freier Autor in München.
IT-Outsourcing Dienstleister wünschen sich bessere Projektspezifikationen und eine klare Kommunikation mit ihren Auftraggebern. So lautet das Ergebnis einer Studie der Online-Plattform IT-suppliers.com.

Immer mehr Unternehmen lagern die Realisierung ihrer IT-Projekte aus. Doch wie werden derartige Outsourcing-Projekte in der Realität umgesetzt und wo liegen dabei die größten Probleme?

Mit dieser Fragestellung setzt sich nun eine aktuelle Umfrage der IT-Outsourcing Plattform IT-suppliers.com auseinander, für die mehr als 100 internationale IT-Dienstleistungsunternehmen befragt wurden. Das Ergebnis: Die meisten Projekte verzögern sich durch die oft mangelhafte Formulierung der Anforderungsspezifikationen. Dies gaben mit 60 Prozent die meisten der befragten IT-Experten auf die Frage an, was IT-Projekte aus Ihrer Erfahrung heraus am meisten in Gefahr bringt. Auf den Plätzen: Kommunikationsprobleme zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer (40 Prozent) sowie plötzliche Budgetanpassungen (35 Prozent - Mehrfachnennungen waren möglich).

Darüber hinaus interessant: Der lokale Sitz der Dienstleistungsunternehmen spielt aus Sicht der befragten IT-Dienstleister keine Rolle für Erfolg oder Misserfolg eines IT-Projektes. Nur neun Prozent der Befragten halten diesen für wichtig.

Igor Putrenko, IT Suppliers: "Die Antworten der Befragten auf unsere sehr speziellen Fragen zeigen: Im Outsourcing-Prozess kommt es in erster Linie darauf an, dass Auftraggeber und Auftragnehmer gut miteinander kommunizieren. Und das betrifft eben vor allem die Beschreibung der Projektspezifikationen."
Igor Putrenko, IT Suppliers: "Die Antworten der Befragten auf unsere sehr speziellen Fragen zeigen: Im Outsourcing-Prozess kommt es in erster Linie darauf an, dass Auftraggeber und Auftragnehmer gut miteinander kommunizieren. Und das betrifft eben vor allem die Beschreibung der Projektspezifikationen."
Foto: IT Suppliers

Ein in jedem Fall wichtiger Aspekt für das bessere Gelingen eines ausgelagerten IT-Projektes ist aus Sicht der beauftragten Dienstleister vor allem die Installation der richtigen Ansprechpartner seitens der Unternehmen. Auf die Frage, welche Rolle dafür unbedingt auf Kundenseite besetzt sein sollte, ist die Top-Antwort: ein gut im Thema stehender Projekt Manager (68 Prozent), weit vor einem "Requirements Engineer" (24 Prozent) und einem Qualitätsprüfer (17 Prozent).

"Die Antworten der Befragten auf unsere sehr speziellen Fragen zeigen: Im Outsourcing-Prozess kommt es in erster Linie darauf an, dass Auftraggeber und Auftragnehmer gut miteinander kommunizieren. Und das betrifft eben vor allem die Beschreibung der Projektspezifikationen", interpretiert Igor Putrenko, Gründer und CEO von IT-suppliers.com die Ergebnisse der Befragung. IT-suppliers.com bringt Auftraggeber mit IT-Dienstleistungsunternehmen zusammen. Mit www.launch-startup.com hat das Portal einen eigenen Channel für Startups gelauncht. Hier knüpfen Startup-Gründer Kontakte zu IT-Dienstleistern zu vergünstigen Startup-Konditionen.

 

Olaf Barheine

Niemand würde wohl ernsthaft auf die Idee kommen, sich von einem Architekten ein Haus ohne konkreten Auftrag, Baupläne und statische Berechnungen bauen zu lassen. Genau auf diese Weise wird aber immer noch in vielen Unternehmen Software entwickelt. Terminüberschreitungen und aus dem Ruder laufende Kosten sind da vorprogrammiert, und im schlimmsten Fall scheitert das Projekt. Zeige mir, wie das Projekt beginnt, und ich sage, wie es endet!

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