Keine Perspektiven

Warum Mitarbeiter kündigen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
IT-Mitarbeiter verlassen ihren Arbeitgeber nicht, weil sie Ärger mit dem Vorgesetzten haben oder ihr Unternehmen unattraktiv finden. Ursache Nummer eins sind mangelnde berufliche Perspektiven.
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Personalabteilungen und IT-Verantwortliche haben es oft selbst in der Hand, ob ihre Mitarbeiter nach einigen Jahren kündigen oder im Unternehmen bleiben. Denn weiche Faktoren wie ein interessanter Job, eine gute Arbeitsatmosphäre und die Abdeckung der beruflichen Interessen spielen für die meisten IT-Mitarbeiter eine größere Rolle als das Gehalt, wie eine Studie des IT Job Board unter 249 IT-Fachleuten in Deutschland ergab.

Raus aus der Sackgasse

Am häufigsten verließen IT-Mitarbeiter in der Vergangenheit ihr Unternehmen, wenn sie das Gefühl hatten, ihre Karriere stecke in einer Sackgasse (35 Prozent), so die Auswertung der Online-Jobbörse.

Dabei geht es durchaus nicht immer darum, Hierarchiestufen zu erklimmen. Nicht jeder Mitarbeiter will laut IT Job Board eine Führungskraft werden. Wichtig sei vielen aber, einen interessanten und herausfordernden Job zu finden. Lediglich elf Prozent der Befragten kündigten, weil ihnen eine Leitungsfunktion verweigert wurde.

Auch das Gehalt spielt beim Weggang keine so große Rolle wie häufig angenommen: Nur 15 Prozent der Befragten lösten ihren letzten Vertrag wegen einer ihrer Meinung nach zu geringen Vergütung auf. Faktoren wie "mangelnde Anerkennung" und "zu wenig Verantwortung" sind für jeden zehnten Umfrageteilnehmer ein Grund, das Unternehmen zu verlassen.

Personaler ist gefragt

Eine schlechte Beziehung zum Chef oder zum Team führt selten zu so massiven Problemen, dass gekündigt wird. Auch die Ausstattung des Arbeitsplatzes und die Arbeitsbelastung spielen eine untergeordnete Rolle.

Hat ein Unternehmen einen schlechten Ruf, zieht es nicht unbedingt die besten IT-Experten an, aber gekündigt wird deshalb selten. Die Weiterbildungsmöglichkeiten hingegen sind für zehn Prozent der Befragten ein Grund, das Handtuch zu werfen. Auch hier ist die Personalabteilung gemeinsam mit dem IT-Leiter gefragt, die entsprechenden Angebote zu schaffen.

"IT-Mitarbeiter sind dem Unternehmen treu, wenn es ihnen spannende Herausforderungen bietet und sie fachlich weiterkommen. Wenn diese Bedingungen stimmen, kommt es selten zur Kündigung, auch wenn das Gehalt, der Ruf des Unternehmens, der Standort und die Nebenleistungen nicht den Idealvorstellungen der Beschäftigten entsprechen", fasst Stephan Busch von der deutschen Niederlassung von IT Job Board in Frankfurt am Main die Studienergebnisse zusammen.