Was tun bei Unternehmenskrisen?

Warum der Chef selbst die Weichen stellen muss

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Wenn es in einer Firma schlecht läuft, müssen die wichtigsten Entscheidungen in der Hierarchie ganz oben getroffen werden, sagt Dr. Georg Kraus
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Auch wenn die Gründe vielschichtig sind: Jedes Unternehmen kann in eine Schieflage geraten. In solchen Situationen sind die Spitzenmanager gefragt, die ihre Handlungs- und Entscheidungsmacht aktiv gebrauchen müssen.

Die erste Reaktion ist Angst

Alltag in vielen Unternehmen. Kaum verkündet dessen Management "Wir müssen unsere Struktur ..." beziehungsweise "... unsere Strategie ändern" regt sich in ihnen Widerstand. Nicht nur, weil Mitarbeiter befürchten, sie könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, sondern auch, weil viele bangen: Mit der Veränderung

  • werden Privilegien abgebaut und

  • ändern sich die gewohnten Arbeitsinhalte, -abläufe und -strukturen.

Schnell wird dann der Vorwurf laut: Unsere "Chefs" haben nur noch den eigenen Profit und den der Aktionäre vor Augen. Und: Unser Management pflegt einen autoritären Führungsstil. Dass solche Vorwürfe laut werden, ist verständlich. Denn jede Veränderung stellt Gewohntes in Frage. Deshalb löst sie Unsicherheit aus. Trotzdem ist es erschreckend, welch massiven Ängste, geplante Änderungen bei Mitarbeitern oft erzeugen. Dies ist auch in Versäumnissen der Vergangenheit begründet.