Computerwoche-Webcast

Warum das S in SAP S/4HANA für simple steht

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Schnellere Analysen und weniger Komplexität in der SAP-Landschaft – das erhoffen sich Anwender von S/4HANA. Uwe Grigoleit, Head of Business Development SAP S/4HANA, erklärt in einem Webcast der Computerwoche, warum er das “S” für “simple” verstanden wissen will.
Der heutigen Menge und Schnelligkeit der Informationen sind Festplatten-basierte Datenbanken nicht mehr gewachsen.
Der heutigen Menge und Schnelligkeit der Informationen sind Festplatten-basierte Datenbanken nicht mehr gewachsen.
Foto: magann - Fotolia.com

Wann lohnt sich der Umstieg auf S/4HANA - die damit verbundenen Fragen diskutiert Detlef Korus von der Computerwoche mit Uwe Grigoleit, Head of Business Development SAP S/4HANA, und Cristian Wieland, Vice President Consulting beim Marktforscher Pierre Audoin Consultants (PAC), in diesem Webcast. Mit dem kühlen Blick des Analysten betrachtet Wieland den Stand der Digitalisierung in Deutschland. Diese unterteilt er in drei Phasen: Zunächst ging es um das digitale Front-End, etwa, wenn Händler ihren Kunden Omnichannel-Möglichkeiten anbieten und den Online- wie Offline-Handel integrieren müssen. Stufe zwei bezeichnet das digital integrierte Unternehmen, das interne Silos abgebaut hat. Und Stufe drei wäre dann eine Firma, die in ein digitales Öko-System mit Zulieferern und Partnern integriert ist. Soweit die Theorie.

In der Praxis, stellt Wieland fest, sind wir in Deutschland noch "am Anfang der Reise." Eben die will SAP nun beschleunigen. Glaubt man Grigoleit, steht das "S" in SAP S/4HANA für "simple". Weniger Komplexität und mehr Geschwindigkeit durch ein neues Level von Echtzeit - so lassen sich die Pluspunkte zusammenfassen. Das scheint auch nötig: wie eine Spontan-Umfrage unter den Webcast-Nutzern zeigt, sehen diese die größten Herausforderungen eben bei der Komplexität der SAP-Landschaft (53 Prozent) und der Beschleunigung von Geschäftsprozessen und Datenanalysen (43 Prozent). Das Thema Kosten nennt "nur" gut jeder Fünfte (22 Prozent). PAC-Analyst Wieland kommentiert: "Die Kosten hätte ich weiter oben gesehen."

SAP HANA, SAP Fiori und Cloud - für diese Kombination trommelt Grigoleit als Antwort auf die Herausforderungen, denen sich IT-Chefs heute stellen müssen. Einer der Webcast-Zuschauer fragt denn auch, welche Vorteile es dem CIO bringt, wenn er dem Fachbereich SAP HANA anbietet. Grigoleit: "Der CIO wechselt in die Rolle eines Chief Process Innovation Officers." Unternehmen verändern ihre Geschäftsmodelle weg vom (reinen) Produkt-Anbieter hin zum Player, der (auch) Dienstleistungen anbietet. Das Internet of Things vernetzt immer mehr Dinge miteinander, die neue Echtzeit, die SAP verspricht, ermöglicht ein ganz neues Zusammenarbeiten. Das kommt der Innovationsfähigkeit zu Gute.

Eine Entwicklung, die Wieland ebenfalls beobachtet. "Vom CIO wird künftig mehr Kollaboration erwartet", sagt er. Denn es wandere zunehmend IT-Verantwortung in die Fachbereiche ab. SAP HANA, so die Einschätzung des Analysten, zwingt Unternehmen hier auch zum Umdenken.

"Die Cloud spielt für alle eine Rolle"

Von der technologischen Seite her ist SAP S/4HANA nach dem Cloud-First Prinzip entwickelt, läuft aber auch On Premise. Die unterschiedlichen Varianten verfügen über unterschiedliche Funktionsumfänge, erklärt Grigoleit. Faktisch betrieben die meisten Unternehmen hybride Modelle. "Nicht alle unserer Kunden werden in den nächsten fünf Jahren komplett in die Cloud gehen, aber für alle spielt die Cloud eine Rolle", beobachtet er. Beim Stichwort Cloud fragt einer der Webcast-Zuschauer nach und will wissen, wie hoch die Datensicherheit in der Wolke ist. "Wir können Datensicherheit gewährleisten", sagt Grigoleit.

Allein sein Ruf findet nicht überall Gehör. Moderator Korus will von den Webcast-Nutzern wissen, ob sie derzeit sogenannte Speedboat-Projekte beziehungsweise weitere Anwendungsprojekte mit SAP HANA planen. Fazit: Knapp zwölf Prozent nutzen HANA bereits in laufenden Geschäftsprozessen und projektieren den Ausbau. Auf der anderen Seite erklärt eine relative Mehrheit von 42 Prozent, HANA spiele derzeit keine Rolle, man hege lediglich grundsätzliches Interesse. Grigoleit nimmt es mit Nonchalance. "Das sehen wir als Ansporn", versichert er.

Hier den Webcast ansehen