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Wann kommt Satellitenradio nach Europa?

04.01.2006
Der US-amerikanische Automobilzulieferer Delphi beteiligt sich am spanischen Anbieter Ondas Media, der 2009 einen Satelliten-Radiodienst in Europa starten möchte.

Beide Firmen glauben daran, dass auch in Europa der Markt für Satellitenradio reif ist. Die Europäer hören derzeit im Schnitt 17 Stunden Radio die Woche, in den USA - wo es mit XM und Sirius bereits große Satellitenradio-Anbieter gibt - sind es 20 Stunden.

Delphi und Ondas sind allerdings nicht die einzigen Player im Markt. Auch die Worldspace-Tochter Viatis und Europa-Max Participations wollen in den kommenden zwei Jahren Satellitenradiodienste starten. Worldspace, bereits in Afrika und Asien aktiv, will sich gerade einen Satelliten genehmigen lassen, der Teile von Afrika und Europa abdecken würde. Es hatte im vergangenen Sommer eine 25-Millionen-Dollar-Beteiligung von XM Satellite Radio Holdings erhalten. Europa-Max sammelt Gelder und versucht gleichfalls Genehmigungen einzuholen.

Einfach gestaltet sich das Ganze keinesfalls: Erst im Jahr 2003 war die Luxemburger Global Radio mangels Finanzierung mit einem europäischen Satellitenradio gescheitert. Der Carmel-Group-Analyst Jimmy Schaeffler schätzt den Aufwand für Satelliten, Start und Infrastruktur auf wenigstens 750 Millionen Dollar. Ein Dienst müsste in mehreren Sprachen senden. Zudem könnte sich der Umgang mit der Vielzahl einzelstaatlicher Regulierungsbehörden als logistischer Albtraum erweisen. Dazu kommt noch, das neue digitale Techniken die Qualität des terrestrischen Radios verbessern und neue Funktechniken wie WiMax womöglich bald den Empfang von Internet-Radio auch im Auto ermöglichen. (tc)