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Wanadoo rutscht tief in die roten Zahlen

21.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Internet-Service-Provider (ISP) und Herausgeber von Telefonbüchern Wanadoo steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 seinen Nettoverlust um 89 Prozent von 102 Millionen auf 193 Millionen Euro. Das Minus vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) verringerte sich um zwei Millionen auf 64 Millionen Euro. Außerdem gelang es der France-Télécom-Tochter, die Einnahmen um 41 Prozent von 1,11 Milliarden auf 1,56 Milliarden Euro zu erhöhen. Allerdings ist dieser Zuwachs vorwiegend auf Akquisitionen zurückzuführen. Wanadoo hatte im vergangenen Jahr den britischen ISP Freeserve (Computerwoche online berichtete) und spanischen Anbieter von Telefonlisten-Datenbanken Indice Multimedia (Computerwoche online berichtete) zurückzuführen. Das interne Wachstum betrug im vergangenen Jahr nur 8,8 Prozent.

Laut Vorstandschef Nicolas Dufourcq will Wanadoo im laufenden Geschäftsjahr erstmals einen Ebitda-Gewinn vorlegen. Die Einnahmen sollen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent ansteigen. Nachdem die Franzosen im vergangenen Jahr unter dem Rückgang der Online-Werbeeinnahmen litten, wollen sie sich nun verstärkt auf kostenpflichtigen Content und breitbandige Internetzugänge konzentrieren. Das Unternehmen teilte mit, dass es die Zahl der ADSL-Kunden von 55.000 im Dezember 2000 auf 452.000 zum Jahreswechsel steigern konnte. Die Anzahl der Kabelkunden kletterte um 63 Prozent auf 143.000. (mb)