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Walter Hewlett: Neue Attacke im Grabenkrieg um HP-Compaq

19.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HP-Erbe Walter Hewlett macht neuen Ärger im Streit um die geplante Fusion von Hewlett-Packard und Compaq. Der erklärte Gegner des Mergers (Computerwoche online berichtete) hat in einem Schreiben gefordert, HP solle offen legen, welche Manager zurücktreten würden, falls das Geschäft nicht zustande komme. Der Brief wurde von Hewletts Anwalt Stephen Neal an HP-Justiziar Larry Sonsini geschickt und in Kopie auch bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht.

Hewlett reagierte mit seinem Schreiben auf Äußerungen des HP-Directors Richard Hackborn. Dieser hatte in der "New York Times" erklärt: "Sollte der Merger von den Aktionären abgelehnt werden [...], dann braucht HP einen Verwaltungsrat und ein Management, das das PC Geschäft und andere Probleme in den Griff bekommt." Der Sohn von Konzerngründer William Hewlett, gleichfalls Mitglied des Verwaltungsrats (Board of Directors) deutet dies wie folgt: "Ihnen ist gewiss bekannt, dass Richard Hackborn in der heutigen New York Times damit zitiert wird, das Management und Board of Directors von HP würden zurücktreten, falls die Anleger den geplanten Merger nicht genehmigen." Weiter heißt es in dem Schreiben Neals, das vom 12. Dezember datiert: "Diese Aussagen gleichen anderen, die zuvor schon unter Berufung auf Unternehmenskreise durch die Presse gingen. Diese Gefahr darf nicht länger ignoriert werden."

HP soll nun nach dem Willen Hewletts entweder kundtun, welche Mitglieder der Chefetage gegebenenfalls ihren Rücktritt planten, oder die genannten Aussagen korrigieren. Sonsini erklärte im Gegenzug, alle Aussagen über die Pläne von HP-Führungskräften im Zusammenhang mit dem Ausgang des Compaq-Deals seien "pure Spekulation". (tc)