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W3C: Eolas-Patent ist ungültig

29.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Ansicht des W3C (World Wide Web Consortium) ist das so genannte Eolas-Patent ungültig. Es wurde 1998 der University of California zugesprochen, die es an die kleine Firma Eolas lizenzierte. Die Spezifikation beschreibt die Einbettung interaktiver Inhalte wie Plug-ins oder Applets in Websites. Im August hatte ein Chicagoer Geschworenengericht einer Klage seitens Eolas gegen Microsoft stattgegeben und den Redmonder Konzern zur Zahlung von 521 Millionen Dollar verurteilt, da das Patent mit dem Internet Explorer verletzt werde (Computerwoche online berichtete).

Nun will der W3C-Vorsitzende Tim Berners Lee in einem beweisen, dass eingebettete Inhalte bereits vor 1998 im allgemeinen Gebrauch und somit nicht patentierbar waren. Von Anfang an habe der HTML-Standard Plug-ins vorgesehen. Allerdings sollten sie ursprünglich in einem zweiten Browser-Fenster geöffnet werden. So sehe das Patent als einzige Neuerung vor, HTML-fremde Inhalte im gleichen Browser-Fenster anzuzeigen wie die zugrunde liegende Web-Seite. Das habe jedoch bereits 1993 eine für den Ur-Browser NCSA Mosaik vorgeschlagene Erweiterung vorgesehen.

Mit dem Versuch, das Patent löschen zu lassen, will Berners Lee offenbar negative Auswirkungen auf das Web verhindern. Denn Microsoft hat bereits angekündigt, den Internet Explorer anzupassen, um eine Verletzung der Rechte zu vermeiden. Das würde bedeuten, dass sich eingebettete Inhalte nicht mehr anzeigen lassen - mit der Folge, dass tausende von Websites neu erstellt werden müssten. (lex)