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W3C empfiehlt VoiceXML 2.0

30.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Web-Konsortium W3C hat die Version 2.0 der Spezifikationen für VoiceXML (Voice Extensible Markup Language) als Candidate Recommendation veröffentlicht. Die Beschreibungssprache soll es ermöglichen, auf Internet-Funktionen mittels Sprachbefehlen oder so genannten Touch-Tones (Töne, die zum Beispiel auf Telefontastaturen hinterlegt sind) zuzugreifen. Im Rahmen des vom W3C entwickelten "Speech Interface Framework" bildet VoiceXML das Kernstück, das durch die SSML (Speech Synthesis Markup Language) ergänzt wird, die die Sprachausgabe des Rechners steuert, und durch die SRGS (Speech Recognition Grammar Specification), die Sprachbefehle definiert.

Obwohl die Candidate Recommendation einer der letzten Schritte vor der endgültigen Standardisierung ist, könnte sich diese noch auf unbestimmte Zeit verschieben. Der Grund liegt in lizenzrechtlichen Ansprüchen, denn VoiceXML basiert zum Teil auf Technologien, die sich Philips Electronics und die Rutgers University in New Jersey patentieren ließen. Das W3C will jedoch nur Standards verabschieden, die lizenzfrei zu nutzen sind.

Die betreffenden Technologien flossen bereits in VoiceXML 1.0 ein, das nicht unter Federführung des Web-Konsortiums entwickelt wurde. Vielmehr hatten sich Hersteller wie AT&T, IBM, Lucent Technologies und Motorola im VoiceXML-Forum zusammengeschlossen und sich auf die Nutzung der Patente durch so genannte RAND-Lizenzen (Reasonable and Nondiscriminatory) geeinigt. Die Lizenzform soll Nutzern des Standards faire Lizenzbedingungen garantieren. Das Forum übergab die Entwicklung im Mai 2000 an das W3C. (lex)