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W3C arbeitet an Standard für Web-Vektorgrafik

12.02.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das World Wide Web Consortium (W3C) hat ein erstes Arbeitspapier zu einem Vektorgrafik-Standard für das Internet veröffentlicht. Mittelfristig will das Gremium einen neuen Standard names "Scalable Vector Graphics" (SVG) etablieren, der auf Basis von vier bereits eingereichten Vorschlägen entstehen soll. Dabei handelt es sich um

Web Schematics, entwickelt für die Darstellung von Ablauf- und sonstigen Diagrammen;

die Precision Graphics Markup Language (PGML), die von Adobe auf Basis von Postscript entwickelt wurde und vor allem für Logos, Balkendiagramme und grafische Elemente wie Buttons geeignet ist;

die Vector Markup Language (VML), internes Grafikformat von Microsofts neuem "Office 2000", angeblich - die Spezifikation wurde noch nicht veröffentlicht - besonders leicht mit Stylesheets zu verwenden, sowie

DrawML, ähnlich wie Web Schematics, greift aber zur Darstellung der Diagramme vornehmlich auf Java-Klassen zurück.

Der neue W3C-Standard soll in Extensible Markup Language (XML) geschrieben und damit hersteller- und plattformunabhängig sein. Er soll von jedem XML-fähigen Browser verstanden und kompatibel zum Document Object Model (DOM) gestaltet werden.

Bislang kommen im Web vor allem Pixelgrafikformate (GIF, JPEG und neuerdings auch PNG = Portable Network Graphic) zum Einsatz, bei denen das vollständige Bild mit zahlreichen Informationen und daraus resultierenden großen Dateien übertragen werden muß. Vektorgrafiken enthalten statt dessen mathematische Anweisungen, wie ein Bild darzustellen ist. Daraus folgen (meist) kleinere Dateien, die zudem auflösungsunabhängig (skalierbar) sind und sich leichter animieren lassen. Ein bereits relativ weit verbreitetes Internet-Vektorformat ist "Flash" von Macromedia, das allerdings die Installation eines entsprechenden Plug-ins voraussetzt.