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W3B-Umfrage 1999: Mehr Frauen im Web

18.06.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Hamburger Institut Fittkau und Maaß hat seine mittlerweile achte halbjährliche "W3B"-Umfrage zur Nutzung des Internet in Deutschland abgeschlossen.

Das erste Halbjahr 1999 hat demnach einen erheblichen Zuwachs an Frauen im Netz gebracht. Mehr als 23 Prozent der Internet-Surfer sind mittlerweile weiblich, sechs Prozent mehr als noch vor sechs Monaten. Die Surferinnen sind im Durchschnitt jünger als ihre männlichen Kollegen. Besonders viele Frauen sind in den Altersgruppen zwischen 14 und 30 Jahren vertreten. Hinsichtlich der bisherigen Nutzungsdauer des Web zählen die meisten Frauen zu den Neulingen im Netz (57 Prozent sind noch keine zwei Jahre online). Im Durchschnitt sind sie pro Woche seltener und auch weniger Stunden online als Männer.

Hinsichtlich der Schul- und Berufsausbildung relativiert sich der Bildungsstand der deutschsprachigen Internet-Nutzer zunehmend. Ende des Jahres 1995 hatten noch 95 Prozent der befragten WWW-Nutzer das Abitur, aktuell sind es nur noch 60 Prozent. Die Menge der Web-Surfer mit Hauptschulabschluß und Mittlerer Reife stieg seit dem Herbst 1995 von fünf auf 36 Prozent.

Daß sich die Web-Nutzer anders zusammensetzen, zeigt sich laut Fittkau und Maaß besonders deutlich, wenn man ihre Berufe ansieht. Auffällig stellt sich der Wandel bei den studentischen Nutzern des Web dar: Ihr Anteil ist zwischen 1995 und 1999 von 48 auf 15 Prozent zurückgegangen - die "akademischen Zeiten" des WWW sind wohl endgültig vorbei.

Die jüngeren (unter 20 Jahren) und älteren (über 50 Jahre) Nutzergruppen wachsen prozentual an. Dagegen nimmt die Bedeutung der Altersgruppe der 20- bis 29jährigen ab: Sie ist seit 1995 um 28 auf heute 35 Prozent gesunken.

Hohe Provider- und vor allem Telefon-Gebühren ärgern die deutschen WWW-Nutzer zunehmend: 29 beziehungsweise 73 Prozent der von W3B befragten User halten dies für das größte Problem. Immer mehr Surfer (13 Prozent) wählen sich inzwischen über Call-by-Call-Anbieter in das Internet ein. In diesem Bereich hat Mobilcom (40,1 Prozent) die Nase vorn vor Arcor (36,4 Prozent). Auf den Plätzen folgen Otelo, Viag Interkom und Talkline.

Das Internet dient seinen deutschsprachigen Nutzern in erster Linie als Informations- und Unterhaltungsmedium. E-Commerce spielte lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Hier ist laut W3B eine Trendwende in Sicht: Über die Hälfte der deutschsprachigen Internet-User ist heute der Meinung, daß sich das Web "sehr gut" oder "gut" zum Einkaufen eignet; 83 Prozent wollen im nächsten halben Jahr "bestimmt" oder "vielleicht" online einkaufen. Allerdings: Noch immer haben 39,1 Prozent aller befragten Surfer niemals etwas im Internet gekauft.