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Vorstandsposten ist keine Lebensstellung

09.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Vorstandspositionen börsennotierter deutscher Unternehmen werden immer mehr zu Schleudersitzen. Von den insgesamt 260 Vorständen, die 1994 eine Position bei einer im Dax geführten Firma inne hatten, waren Ende 1999 nur noch 100 im Amt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Headhunter-Gesellschaft Interconsilium. "Die Zeiten, in denen der Posten eines Vorstands eine lebenslange Beschäftigung bedeutet hat, sind vorbei", so Interconsilium-Chef Hubert Johannsmann. Als Gründe für die starke Fluktuation an der Unternehmensspitze nannte Johannsmann unter anderem den wachsenden Innovationsdruck durch die voranschreitende Globalisierung und den immer wichtiger werdenden Aktienwert der Konzerne. Außerdem ergebe sich oft ein Führungswechsel aufgrund von Fusionen oder Unternehmenskrisen. Vor allem bei Siemens, Karstadt, DaimlerChrysler und der Deutschen Telekom gab es innerhalb des Beobachtungszeitraums einen regen Wechsel in der Topetage. Weniger bedroht von der Entwicklung sind der Untersuchung zufolge die Vorstandsvorsitzenden. 18 der Firmenchefs, die 1994 an der Spitze standen, waren auch Ende 1999 noch im Amt.