Vorsicht, Notebook zerstört sich selbst

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Mit der wachsenden Zahl von portablen Rechnern entstehen neue Sicherheitsrisiken. "Agententricks" wie selbstzerstörende Festplatten oder heimtelefonierende Laptops sollen die Gefahren durch Diebstahl reduzieren.

Hier lesen Sie ...

  • wie sich Daten auf einem Notebook optimal schützen lassen;

  • wie sich die Daten oder ganze Rechner zerstören lassen, wenn sie in fremde Hände geraten;

  • warum sogar eine chemische Keule die Waffe der Wahl sein kann.

Sorgloses Arbeiten: Neue Datenschutzmechanismen für Laptops lassen Langfingern kaum eine Chance. Foto: HP
Sorgloses Arbeiten: Neue Datenschutzmechanismen für Laptops lassen Langfingern kaum eine Chance. Foto: HP

Wenn es um IT-Sicherheit geht, dominieren Themen wie der Schutz von Firmennetzen vor Hacker- und Virenattacken. Relativ wenig Aufmerksamkeit genießt der Bereich Notebook-Diebstahl - und das, obwohl mit der wachsenden Verbreitung von Mobilrechnern auch die Risiken für die Gesamt-IT erheblich zunehmen und einen besseren Datenschutz erfordern.

Beispiele für das Ausmaß der Gefahren gibt es viele: So hat etwa die australische Regierung zugegeben, dass ihren Behörden in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Laptops abhanden gekommen sind, darunter allein 537 aus dem Verteidigungsministerium. In den USA wiederum häufen sich gezielte Diebstähle von Sozialversicherungsnummern: Erst kürzlich kamen etwa einer Personalverwaltungsfirma zwei Geräte abhanden, auf denen die Mitarbeiterdaten von Motorola gespeichert waren. Spektakulär war vor fünf Jahren ein dreister Laptop-Diebstahl von einem Konferenzpodium weg, der den CEO von Qualcomm traf.

Langfinger haben es dabei nicht nur auf attraktive Datenbestände oder wertvolle Hardware abgesehen, sondern nutzen ihr Diebesgut oft auch als Einbruchswerkzeug. So sollen laut Gartner 57 Prozent aller Netzangriffe auf Laptop-Diebstähle zurückzuführen sein. Geht man wie IDC davon aus, dass in den USA schon im Jahr 2008 Notebooks die Hälfte des gesamten PC-Bestands ausmachen, wird deutlich, dass hier großer Handlungsbedarf besteht.

Um das Schadensrisiko bei einem Laptop-Diebstahl so gering wie möglich zu halten, bietet sich eine Reihe von Maßnahmen an. Zunächst sollten stets die allgemein verfügbaren Sicherheitsvorrichtungen als Basisschutz berücksichtigt werden. Das beginnt beim Bios-Passwort und dem Windows-Login. In Kombination mit dem seit Windows 2000 verfügbaren Dateisystem EFS (Encrypting File System) lässt sich auf Wunsch fast die gesamte Festplatte verschlüsseln. Für versierte Hacker stellen diese Funktionen allerdings keine allzu großen Hürden dar, da sie zu knacken sind.