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Es sind nur 4,74

Von wegen über sechs Ecken…

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Stanley Milgrams Forschung aus dem Jahr 1967, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt ("six degrees of separation"), wurde jetzt mit neuen Daten aktualisiert.

Milgram hatte das "Small World Phenomenon" mit Hilfe von 296 Freiwilligen ermittelt, die jeweils über Freunde und Freunde von Freunden eine Postkarte an eine bestimmte Person in einem Bostoner Vorort schicken sollten.

Für die Aktualisierung wurde nun auf eine weit größere Datenbasis zurückgegriffen - 721 Millionen Nutzer von Facebook nämlich und damit mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung. Das Online-Netzwerk fand gemeinsam mit der Universität Mailand heraus, dass die Menschen nur 4,74 "Grade" voneinander getrennt sind (in den USA, wo über die Hälfte der Menschen über 13 bei Facebook sind, sogar nur 4,37).

Das Experiment dazu dauerte einen Monat lang, wie die "New York Times" berichtet. Über komplexe Algorithmen wurden dazu unter anderem extrem viele Beispielverbindungen zwischen Facebook-Mitgliedern berechnet.

Die Methodik ist allerdings ebenso kritisch zu hinterfragen wie bei der Milgram-Studie aus den 1960er Jahren, denn in beiden Fällen sind die Objekte nicht zufällig, sondern gezielt ausgewählt - im aktuellen Fall eben Menschen mit Internet-Zugang, die eine bestimmte Website nutzen. Außerdem hat die "Freundschaft" bei Facebook eine andere Bedeutung als im wirklichen Leben.