Mainframe-Studie

Von Modernisierung bis Umstieg ist alles dabei

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Immer weniger Unternehmen setzen bei geschäftskritischen Anwendungen auf Mainframes. Viele möchten stattdessen auf Standardsysteme umsteigen, die auf einer Open-Systems-Plattform basieren. Wer noch Mainframes im Einsatz hat, plant aber zumindest Modernisierungsmaßnahmen, die am Ende oft auf die Ablösung des Großrechners hinauslaufen.
Mainframes gehören zu den Dinos im Rechenzentrum. Viele schätzen sie wegen ihrer Zuverlässigkeit, noch mehr möchten sie demnächst dennoch abschalten.
Mainframes gehören zu den Dinos im Rechenzentrum. Viele schätzen sie wegen ihrer Zuverlässigkeit, noch mehr möchten sie demnächst dennoch abschalten.
Foto: IBM

Gemeinsam mit der Bergmann und Rohde Consulting Group (BRCG) hat HP Geschäftsführer sowie Finanz- und IT-Verantwortliche in Deutschland zum Einsatz und Zukunftspotenzial von Mainframe-Systemen befragt. Dabei kam heraus, dass Mainframes, wie oft beschrieben, tatsächlich auf dem absteigenden Ast sind: "Viele Unternehmen", heißt es in den Ergebnissen der Umfrage, "haben bereits abgelöst". Zudem bestehe dort, wo nach wie vor Mainframes im Einsatz sind, eine "hohe Ablösebereitschaft": Eine Mehrheit plant demnach in den kommenden drei bis fünf Jahren den Umstieg auf Unix- und x86-Architekturen.

Zum schlechten Standing der Großrechenanlagen tragen die hohen Kosten ebenso bei, wie die Unzufriedenheit mit den Lizenzprogrammen der Anbieter und der Mangel an Fachkräften für Wartung und Bedienung der Großrechner. Entsprechend verlockend erscheinen den meisten Befragten die möglichen Kostensenkungen durch den Umstieg auf günstigere x86-Systeme und - wenigstens teilweise - auf Standardanwendungen.

Der in der Umfrage deutlich ausgesprochene Wechselwille darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder zweite der 175 befragten Top-Entscheider in seinem Unternehmen nach wie vor ein Mainframe-System einsetzt. Auch die Wartung des Systems findet bei der Mehrheit im eigenen Hause statt - Outsourcing spielt folgerichtig dort keine große Rolle.

"Mainframes kommen historisch bedingt in Bereichen zum Einsatz, in denen eine sehr hohe Stabiliät, Verfügbarkeit und Sicherheit gewährleistet sein muss", erläutert Bernd Herzer, bei HP als Sales Program Manager für das Mainframe Alternative Program zuständig. "Diese RAS-Kriterien (Reliability, Availability und Serviceability) müssen bei einem Umstieg natürlich auch auf der neuen Zielplattform sichergestellt sein". Der HP-Manager will die Studie deshalb nicht als generelle Absage an Mainframe-Architekturen verstanden wissen.