Gründergeschichten

Von der Elterngarage zur ersten Million

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit 23 machte Wilm Prawitt seine erste Million mit Konsolenzubehör im Internet. Heute ist der 29jährige CEO von drei E-Commerce-Unternehmen.

Eines stand für Wilm Prawitt schon immer fest: Er wird Unternehmer. Die Frage nach einer Angestelltenlaufbahn stellte sich dem jungen Berliner nie. Die Idee zu seiner Plattform www.lioncast.de kam Prawitt während des Wehrdienstes. Er kaufte günstig Spiele und Zubehör und vertrieb diese gewinnbringend an seine Kameraden. Die Nachfrage war gut, Prawitt erkannte das enorme Marktvolumen, das dahinter steckt - auch außerhalb der Kaserne. Er studierte den Konsolemarkt in Deutschland und merkte schnell, dass es nur wenige derartige Unternehmen mit dieser Ausrichtung gibt. Die Geschäftsidee war geboren.

Erstes Büro in der Garage

Wilm Prawitt gründete drei Unternehmen binnen sechs Jahren.
Wilm Prawitt gründete drei Unternehmen binnen sechs Jahren.
Foto: Prawitt

Nach dem Wehrdienst richtete sich der 23-Jährige Prawitt in der ungenutzten Garage seiner Eltern das erste „Büro" ein. Bereits im ersten Jahr machte der Jungunternehmer mit seiner Lioncast GmbH knapp eine Million Euro Umsatz. Investoren brauchte und wollte er deshalb keine – alles wurde aus dem laufenden Geschäft finanziert. Das Unternehmen schrieb schwarze Zahlen.

Prawitt wollte Lioncast als erste Anlaufstelle für günstige und dennoch hochwertiges Gaming-Zubehör etablieren. Sechs Monate nach der Gründung beschäftigte er schon fünf Mitarbeiter, aus der Elterngarage zog das junge Unternehmen in ein 400 Quadratmeter großes Lager mit Bürofläche um. Allein im vergangenen Jahr setzte Lioncast rund vier Millionen Euro um.

Handy-Reparatur zum Festpreis

Die aktuelle Marktsituation behielt Prawitt im Blick und schaute auch über den Tellerrand hinaus. Sein Blick fiel auf Lifestyle-Produkte wie Smartphones und Tablets, deren Verkäufe in den vergangenen Jahren rapide gewachsen waren. Als dann sein iPhone den Geist aufgab, kamen ihm die veranschlagten Reparaturkosten völlig überteuert vor. Empfindliche mobile Endgeräte, großer Bedarf nach professioneller Reparatur – so entstand seine nächste Geschäftsidee. Prawitt gründete 2011 mit www.fixxoo.de ein Reparatur- und Ersatzteilportal für Smartphones, Tablets, Gaming- und Mobilkonsolen aller namhaften Hersteller. Das Besondere: Über einen Preiskalkulator werden die Reparaturkosten vorab zu einem Festpreis kalkuliert. Zusätzlich bietet Fixxoo einen umfangreichen Ersatzteilservice sowie detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Videos an, mit denen die Hobbybastler auch selbst ihre Geräte zum Laufen bringen können.

Der Reparaturservice Fixxoo macht kaputte Smartphones und Tablets zum Festpreis wieder flott.
Der Reparaturservice Fixxoo macht kaputte Smartphones und Tablets zum Festpreis wieder flott.
Foto: Fixxoo

Wilm Prawitt wäre laut eigener Aussage heute nicht so erfolgreich, hätte er sich mit einem oder zwei Standbeinen zufrieden gegeben. Seine Affinität zur Technik weitete er auch auf den Hundetrainingsmarkt aus. Eineinhalb Jahre später gründete Prawitt die Firma www.PetTec.de, die technische Erziehungshilfen für Hunde, etwa Anti-Bell-Halsbänder, entwickelt und vertreibt. Das Unternehmen schreibt ebenfalls schwarze Zahlen und bewegt sich auf einen sechsstelligen jährlichen Umsatz zu.

Expansion in Nachbarländer

Prawitt ist sich sicher, dass dies nicht seine letzte Gründung war: Inbesondere im Reparaturmarkt für Smartphones sieht er noch größere Chancen: „Dieser Markt steckt quasi noch in Kinderschuhen, das Potenzial ist gigantisch. Unser Wachstum in der Anfangsphase ist für uns der beste Beweis dafür. Wir planen in naher Zukunft Expansionen in die Nachbarländer und werden hierfür einige Kooperationen mit bekannten Unternehmen eingehen", freut sich der Jungunternehmer auf die nächsten Herausforderungen.

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