Vom Web-Portal zur ERP-Suite

Michael Schwengers ist Fachjournalist in Köln.
Warum ein Mittelständler betriebswirtschaftliche Software von SAP einführte.

Aufgrund stetigen Wachstums wurde es für die zur Würth-Gruppe gehörige BB Stanz- und Umformtechnik GmbH (BB) aus Berga, Sachsen-Anhalt, unerlässlich, die kaufmännische Abwicklung an die steigenden Auftragszahlen anzupassen. "Früher ging das alles noch auf Zuruf", so Geschäftsführer Günther Blesch, "dann reichte uns zunächst eine einfache betriebswirtschaftliche Software vom ZDF-Wirtschaftsmagazin Wiso zur Auftragsabwicklung." Im Jahr 2000 ersetzte BB Berga diese durch eine IT-Lösung von Sage. Zudem führte der Befestigungsspezialist ein Web-Portal ein, über das er das Streckengeschäft mit der Adolf Würth GmbH & Co KG (AWKG) umsetzte.

Zufriedenstellend war diese heterogene Landschaft auf Dauer jedoch nicht. Da es zwischen der Auftragsabwicklung und der Fertigung keine Schnittstelle gab, mussten sämtliche Daten händisch übertragen werden.

Besonders zeitintensiv war die Streckenabwicklung mit der AWKG. Ein Mitarbeiter war ausschließlich damit beschäftigt, die täglich zwischen 100 und 150 Auftragseingänge über das Web-Portal abzurufen und an das Lager weiterzureichen.

Analog zur Schwester

Ab April 1997 suchte BB Berga deshalb eine durchgängige Lösung. Man schaute sich das SAP-System des Schwesterunternehmens Arnold Umformtechnik GmbH an und war vom Funktionsumfang und den Anpassungsmöglichkeiten der IT-Lösung angetan. Vorteilhaft war zudem, dass sich die Software über die IT-Infrastruktur der AWKG betreiben ließ. Damit fielen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten weg.

Im November desselben Jahres fiel die Entscheidung für das neue "Business-All-in-One"-Paket der SAP. Als Einführungspartner wählte BB Berga die Comgroup GmbH aus Bad Mergentheim, die ebenfalls zur Würth-Gruppe gehört.

Zunächst wurde das Paket bei der AWKG installiert, Ende Januar 2008 kam Berga an die Reihe. "Die Hauptarbeit bestand für uns darin, unsere Geschäftsabläufe überhaupt SAP-fähig zu machen", erinnert sich Blesch.

Doch es lohnte sich. Nach dem Produktivstart am 4. August 2008 sind nun alle Prozesse –von der Auftragsabwicklung über die Produktionsplanung und -steuerung bis zur Materialwirtschaft – integriert. Das Streckengeschäft für die AWKG läuft heute vollautomatisiert ab.

Allerdings erforderte die Umstellung auf SAP auch Anpassungsfähigkeit von den Mitarbeitern. "Manchmal fragt man sich dann schon, ob das alles für ein Unternehmen unserer Größe sein muss", räumt Blesch ein, "doch ich bin überzeugt, dass wir den richtigen Weg gehen." (qua)