IT intim - Die Sorgen der CIOs

Volle Kehrtwendung - nicht nur für die IT

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Bei Ihrem Amtsantritt als CIO wurden Sie gleich mit der kompletten Neuausrichtung der IT betraut. Keine leichte Aufgabe, oder?
Christoph Grewe-Franze, CIO, Weleda AG
Christoph Grewe-Franze, CIO, Weleda AG

Ich bin seit Anfang März 2009 als CIO bei der Weleda AG, Arlesheim, tätig. Diese Position gab es in dem Unternehmen, das seit nunmehr fast 90 Jahren Naturkosmetik und anthroposophische Heilmittel herstellt, vorher gar nicht. Bislang war Weleda sehr dezentral organisiert. Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre und die damit verbundenen neuen Prozessanforderungen haben jedoch eine komplette Neuausrichtung, also eine Zentralisierung der IT-Systeme, erforderlich gemacht.

Zu diesem Zweck haben wir in enger Zusammenarbeit mit den IT-Leitern aus den Kernländern Deutschland, Schweiz und Frankreich, in denen sich die Produktion für alle Länder befindet, die Systeme identifiziert, die künftig das Rückgrat des Unternehmens bilden werden. Die Strategie - weg von nationalen, hin zu einheitlichen internationalen Systemen - bedeutet eine vollständige Kehrtwende, nicht nur für die IT.

Zudem haben wir vier Top-Projekte in den Bereichen Laborsoftware, Business Intelligence, ERP und IT-Infrastruktur initialisiert, um die Vereinheitlichung und Prozessoptimierung in den Kernländern voranzubringen. Im Zuge dessen werden wir die Geschäftsprozesse mittels Best Practices harmonisieren und einander angleichen. Eine besondere Herausforderung liegt darin, die unterschiedlichen Kulturen und Denkweisen in den einzelnen Ländern unter einen Hut zu bringen und dabei alle Mitarbeiter mitzunehmen. Die gelebte Unternehmens- und Wertekultur von Weleda ist da sehr hilfreich.

Und das beschäftigte die CIOs im vergangenen Jahr.