Business Intelligence in der Praxis

Volkswagen nutzt BI mit System

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Mit dem "BI-Programm" schuf die Konzern-IT von VW ein engagiertes Team, das Fachbereiche für die regelmäßige Nutzung von Informationen für Prozess-Controlling, Reporting, Analyse, Planung und Recherche gewinnen soll.

Das Steuern und Ausrichten eines Unternehmens von der Größe des Volkswagen-Konzerns ist ohne angemessene technische Unterstützung kaum zu bewältigen. Sichere Entscheidungen erfordern einheitliche und konzernweit akzeptierte Kenngrößen und Messverfahren. Diese müssen den aktuellen Leistungsstand und den Grad der Zielerreichung wahrheitsgetreu und konsistent widerspiegeln. Nach diesen Business-Intelligence-(BI)-Prinzipien werden im Volkswagen-Konzern beispielsweise die Werke der Fahrzeug- und Aggregatefertigung gesteuert sowie die Beschaffungs-, Logistik-, Vertriebs- und Service-Prozesse optimiert.

Heute sind BI-Lösungen fester Teil der IT-Strategie im drittgrößten Automobilunternehmen der Welt. Anfang 2005 initiierte Konzern-CIO Klaus Hardy Mühleck eine interne Bestandsaufnahme und gab die Definition erster Ziele und Aufgaben für eine BI-Strategie in Auftrag. Zum einen erfordere die Marktentwicklung diese Maßnahmen, zum anderen standen herstellerseitig die geeigneten Werkzeuge zur Verfügung. Im Fokus standen dabei zunächst die Marken VW-Automobile und Audi sowie die deutschen Produktionsstandorte des Konzerns.

In den folgenden Monaten wurde der IST-Zustand via Interviews und Fragebögen in den Fachbereichen erhoben. Dabei indentifizierte das Porjektteam über 120 entscheidungsunterstützende Systeme, die sich als BI-Anwendungen bezeichnen lassen. "In jedem der Kernprozesse von Volkswagen haben wir unterschiedliche BI-Systeme mit unterschiedlichen Produkten, Organisationsformen, Daten-Management etc. gefunden", schildert Thorsten Sommer, Leiter IT-Kompetenzfeld Business Intelligence der Volkswagen AG, die Ausgangslage. Bereichs- und projektgetriebene Einzellösungen beherrschten das Bild. Der Blick für ein koordiniertes, bereichsübergreifendes Vorgehen musste noch geschärft werden.