VoIP im WLAN: Konvergenz ohne Standards?

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Die Tage der traditionellen schnurlosen Telefone sind gezählt. Die Kombination aus VoIP und WLAN schickt sich an, die alten Dect-Infrastrukturen abzulösen. Allerdings basieren erste Produktlösungen noch auf proprietären Technologien. Zudem sind beim Aufbau eines Voice-tauglichen WLAN einige Besonderheiten zu beachten.

Die erste Generation der WLAN-Telefone erinnert in ihrem Design und der Bedienung an die bekannten Dect-Telefone. (Fotos: Netgear, Symbol, Spectralink, Cisco)

Die Idee klingt so genial wie das sprichwörtliche Ei des Kolumbus: Durch die Verknüpfung von Voice over IP (VoIP) und Wireless LAN (WLAN) nimmt das Ideal einer konvergenten IT- und TK-Landschaft auch bei der schnurlosen Telefonie reale Gestalt an. Mit dem Abschalten der Dect-Technik (Dect = Digital European Cordless Telecommunication) gehören die letzten Überbleibsel der klassischen Telefonie zum alten Eisen, und die Unternehmen müssen nur noch eine Infrastruktur unterhalten. So sparen sie nicht nur Kosten, sondern erzielen auf der Anwendungsseite eine engere Integration zwischen IT und TK.

Beispielsweise migrierte die Carl Götz GmbH aus Neu-Ulm ihre TK-Anlage auf Voice over IP. Im Zuge dieser Umstellung installierte der mittelständische Holzverarbeiter im Lagerkomplex zehn WLAN Access Points, um den Mitarbeitern nicht nur den Zugriff auf die Unternehmensdaten zu gewährleisten, sondern gleichzeitig die schnurlose Telefonie zu ermöglichen. Neben den Kosteneinsparungen durch den Verzicht auf eine separate Dect-Infrastruktur bietet das Telefonieren im WLAN noch einen weiteren Vorteil: Ist auf einem Laptop oder Pocket-PC die entsprechende Telefonsoftware (Softphone) installiert, so lassen sich die Geräte gleichzeitig als Datenterminal und Telefon nutzen.

WLAN-Telefonie im Hotspot