VoIP-Dienste haken noch an der Übertragungsqualität

08.05.2006
Voice-over-IP-Provider erkennen Qualitätsmängel oft zu spät.

Das Qualitäts-Management in VoIP-Netzen (Voice over IP) ist bei seinen Betreibern offenbar noch nicht vollständig etabliert. Einer Umfrage der Marktforscher von Frost & Sullivan unter 148 Carriern und Service-Providern ergab, dass mehr als ein Drittel der Anbieter (36 Prozent) Mängel erst erkennen, wenn sich Nutzer über die schlechte Qualität beklagen. "Auf Beschwerden von Kunden über die Servicequalität zu warten ist eindeutig kein nachhaltiges Arbeitsprinzip", warnte Jessy Cavazos, Manager bei Frost & Sullivan. Die Studie wurde von Empirix, Anbieter von Software für das Testen und Überwachen von Kommunikationsapplikationen, bezahlt.

Das Gros der Betreiber hat laut Umfrage bereits Methoden zur Servicekontrolle eingeführt. 22 Prozent nutzen Netz-Management-Systeme, ein Fünftel der Befragten hat Tools für das VoIP-Application-Management im Einsatz. Weitere 17 Prozent beschäftigen ihre Mitarbeiter mit der manuellen Problemsuche.

Für eine schlechte Qualität von IP-gestützten Telefonaten macht die Hälfte der Befragten die Übertragungsmedien verantwortlich. Dieses Problem werde sich in den kommenden zwei Jahren noch verschärfen, glauben immerhin 63 Prozent der Betreiber. "VoIP-Anbieter erleben einen dramatischen Kundenzuwachs, wodurch letztlich die Netze an ihre Belastungsgrenzen kommen können", sagte Arved Graf von Stackelberg, Country Manager von Empirix in Deutschland.

Etwas weniger schwer wiegt die noch nicht ausgereifte Signalisierung in VoIP-Netzen. 39 Prozent sehen darin die Ursache für Qualitätsmängel. Hier deutet sich aber offenbar eine Lösung an, denn nur 24 Prozent der Teilnehmer glauben, dass dieses Problem auch noch in zwei Jahren die Zuverlässigkeit ihres Dienstes gefährden wird. (jha)