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Vodafones Plan B: Die Übernahme des TK-Riesen Verizon

10.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone hat sich offenbar fest vorgenommen, mit eigener Marke in das US-Geschäft einzudringen. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf nicht genannte Quellen bei dem britischen Konzern berichtet, ist der Erwerb des mit mindestens 30 Milliarden Dollar bewerteten Betreiber AT&T Wireless nur ein Weg dahin. Alternative sei laut Zeitung ein intern als "Big Bang" bezeichnetes Planspiel. Dieses sieht vor, dass Vodafone den größten US- Carrier Verizon Communications für rund 150 Milliarden Dollar übernimmt, um seine Beteiligung an dessen Mobilfunktochter Verizon Wireless von derzeit 45 auf 100 Prozent aufzustocken. Anschließend würden die Briten die Festnetzaktivitäten abspalten oder verkaufen, um einen Teil der Kosten zu decken.

Wer den Briten nun Realitätsverlust und Gigantomanie vorwirft, tut ihnen - zumindest teilweise - Unrecht. Eine Übernahme des zuletzt defizitären Mobilfunkanbieter AT&T Wireless ist zwar billiger, aber ebenfalls problembehaftet. So müsste sich Vodafone aus kartellrechtlichen Gründen von seinen Anteilen an dem hochprofitablen US-Marktführer Verizon Wireless trennen, um den drittgrößten und zuletzt defizitären Mobilfunkanbieter AT&T Wireless zu erwerben. Bislang war es jedoch Strategie des Unternehmens, sich lediglich für den ersten oder zweiten Player im Markt zu interessieren. Dass Vodafone dabei auch vor größeren Häppchen nicht zurückschreckt, ist hierzulande spätestens seit der Mannesmann-Übernahme bekannt. (mb)