All-IP-Umstellung

Vodafone verspricht Business-Kunden bis 2022 ISDN

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Nein zum All-IP-Netz. Die Zahl der Carrier, die sich gegen den All-IP-Trend stemmen, wächst. Jetzt hat auch Vodafone angekündigt, bis 2022 ISDN anzubieten.
Vodafone will seinen Business-Kunden noch bis 2022 ISDN anbieten.
Vodafone will seinen Business-Kunden noch bis 2022 ISDN anbieten.
Foto: Vodafone


Vodafone will seine Kunden selbst wählen lassen, wann sie von ISDN auf All IP umstellen. Der Düsseldorfer TK-Konzern bietet seinen Bestandskunden den Festnetzbetrieb über ISDN für weitere sieben Jahre an. Geschäftskunden, die zu Vodafone wechseln, erhalten nach Unternehmensangaben auf Wunsch weiterhin ISDN und müssen bis 2022 nicht auf All IP umsteigen. Unternehmen sollen so laut Vodafone von einer sanften Übergangszeit profitieren. Sind die Kunden bereit für den Wechsel, begleitet der Carrier nach eigener Darstellung die Umstellung. Dabei seien auch parallel ISDN- und IP-Lösungen für unterschiedliche Anwendungen möglich.

"All IP ist die Zukunftstechnologie, die Mobilfunk und Festnetz miteinander vereint. Sie macht Kommunikation für Kunden einfacher, flexibler, schneller - und macht moderne Festnetzanwendungen wie Chats oder Videotelefonie erst möglich", unterstreicht Eric Kuisch, Technikchef bei Vodafone. Dennoch gäbe es gute Gründe, die ISDN-Anschlüsse weiter nutzen zu wollen. "Vor allem Firmenkunden nutzen ISDN nach wie vor für zentrale Anwendungen wie Abrechnungssysteme oder Kommunikationsanlagen", ergänzt Philip Lacor, verantwortlich für das Firmenkundengeschäft. So liefen allein zwei Drittel aller Telefonanlagen in Firmen nach wie vor auf ISDN. Für diese Kunden bedeute eine All-IP-Umstellung unter Druck oft hohe Ausfallrisiken sowie hohe Abschreibungen. Deshalb will der Carrier seine Kunden selbst entscheiden lassen, wann sie auf das neue Netz wechseln. Bei Vodafone ist man davon überzeugt, dass die jetzt verkündete siebenjährige Übergangszeit genügend Spielraum in Sachen Investitions- und Planungssicherheit eröffnet."