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Vodafone verbucht weiteren Milliardenverlust

25.05.2004

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone ist im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 aufgrund von milliardenhohen Wertberichtigungen auf Zukäufe erneut tief in die roten Zahlen gerutscht. Umsatz und operativen Gewinn konnte das Unternehmen dagegen deutlich steigern.

Die Einnahmen kletterten gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 50,3 Milliarden Euro. Minderheitsbeteiligungen eingerechnet, legte der Umsatz sogar um 16 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro zu. Den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (Ebitda) erhöhte Vodafone sogar überproportional um 19 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Wertberichtigungen in Höhe von 22,8 Milliarden Euro führten jedoch unter dem Strich zu einem Nettofehlbetrag von 13,5 Milliarden Euro. Damit verbesserte sich der Konzern geringfügig gegenüber dem Vorjahr, als ein Nettoverlust von fast 15 Milliarden Euro angefallen war.

Vodafone-CEO Arun Sarin sprach bei der Präsentation der Zahlen in London von einer starken operativen Leistung und verwies insbesondere auf den hohen Cashflow. Da die Abschreibungen vorwiegend buchhalterischer Art waren, kletterte der freie Cashflow um 65 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Die Nettoverbindlichkeiten gingen von über 20 Milliarden auf 12,8 Milliarden Euro zurück.

Seine Kundenzahl konnte der Mobilfunkkonzern im vergangenen Geschäftsjahr um 13,7 Millionen auf 133,4 Millionen Kunden erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2004/05 erwartet Vodafone erneut hohe einstellige Zuwachsraten bei Mobilfunkkunden und -umsätzen.

Hierzulande steigerte Vodafone (D2) die Kundenzahl um 2,1 Millionen auf mehr als 25 Millionen. Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 7,8 Milliarden Euro, der Ebitda-Profit legte um zwölf Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu. Grenzen des Wachstums sieht der Mobilfunkbetreiber in Deutschland noch nicht. Auch im laufenden Jahr sollen 1,5 Millionen bis zwei Millionen neue Kunden gewonnen werden.

Ein Massengeschäft mit der dritten Mobilfunkgeneration erwartet Vodafone hierzulande erst im Herbst, wenn sich die ersten UMTS-Handys auf den Markt etabliert haben. Bereits seit Februar bietet der Konzern eine erste UMTS-fähige Datenkarte für den PC an, seit einigen Wochen auch ein UMTS-Handy aus dem Hause Samsung. (mb)