Wochenendgerücht

Vodafone prüft Fusion mit Kabel-Konzern Liberty Global

01.12.2014
Der britische Telekom-Riese Vodafone lotet Insidern zufolge eine Übernahme des Kabel-Konzerns Liberty Global aus, mit der ein neues europäisches Schwergewicht entstehen könnte.

Derzeit prüfe Vodafone finanzielle und kartellrechtliche Hürden, formale Gespräche gebe es nicht, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. Vodafone baut sein Geschäft schon länger mit der Übernahme von Kabelnetz-Unternehmen wie unter anderem Kabel Deutschland aus. Im deutschen Markt könnte eine Fusion eine Wettbewerbsprüfung auslösen: Zu Liberty Global gehört die in Deutschland starke Unitymedia.

Vodadone-Logo vor der Deutschlandzentrale in Düsseldorf
Vodadone-Logo vor der Deutschlandzentrale in Düsseldorf
Foto: Vodafone

Mit einer Kombination der beiden Unternehmen entstünde ein Kabel- und Telefonriese im Wert von mehr als 130 Milliarden Dollar. Vodafone war lange vorwiegend als Mobilfunk-Betreiber aktiv. Da die Erlöse in der Telekom-Branche unter Druck sind, arbeitet der Konzern daran, Mobilfunk, Breitband-Internet und Fernsehen aus einer Hand anbieten zu können. Dafür kaufte Vodafone etwa auch den Kabelanbieter Ono in Spanien.

Der US-Konzern Liberty Global des Milliardärs John Malone baute das internationale Geschäft in den vergangenen Jahren ebenfalls stark aus, zuletzt zum Beispiel mit der Übernahme von Ziggo in den Niederlanden. Liberty war seinerzeit auch an Kabel Deutschland interessiert, Vodafone bekam aber den Zuschlag für 7,7 Milliarden Euro.

Der Italiener Vittorio Colao ist seit 2008 CEO von Vodafone.
Der Italiener Vittorio Colao ist seit 2008 CEO von Vodafone.
Foto: Vodafone

Das britische Unternehmen kommt auf einen Marktwert von über 61 Milliarden Pfund (gut 95 Milliarden Dollar), Liberty Global wird auf knapp 40 Milliarden Dollar taxiert. Das Vodafone-Management um Vorstandschef Vittorio Colao klopfe derzeit auch die Bereitschaft der Investoren ab, einen Liberty-Deal über einen Aktientausch zu stemmen, schrieb Bloomberg. Bereits im September hatte Colao Interesse an Liberty Global signalisiert, wenn der Preis stimme. (dpa/tc)