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Vodafone: Kundenzahl rauf, ARPU runter

24.07.2006
Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 seine Kundenzahl deutlicher als erwartet gesteigert.

Zwischen April und Ende Juni seien organisch 4,5 Millionen Kunden gewonnen worden, teilte das Unternehmen am Montag in London mit. Analysten hatten im Vorfeld mit rund vier Millionen Neukunden gerechnet. Hinzu kamen weitere 11,7 Millionen Nutzer durch die Übernahme des türkischen Mobilfunkanbieters Telsim. Die Gesamtkundenzahl kletterte damit auf 186,8 Millionen.

Die Zahl der UMTS-Nutzer stieg laut Vodafone im ersten Quartal um 1,3 auf 9,1 Millionen. Der Umsatz im Mobilfunkgeschäft kletterte organisch um 6,4 Prozent. Mit einem Zuwachs von nur 1,3 Prozent fiel das Wachstum auf dem europäischen Markt aber gering aus. Dafür sorgten Märkte wie die Türkei, Rumänien oder Ägypten für höheres Wachstum.

In Schlüsselländern wie Deutschland kämpfte Vodafone weiter starkem Konkurrenzdruck. So vergrößerte der Konzern seine Kundenzahl zwar um 253.000 auf insgesamt 29,4 Millionen, der Umsatz je Kunde (ARPU) sank allerdings um neun Prozent. Die Zahl der UMTS-Kunden stieg um 312.000 auf 2,337 Millionen.

Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2006/2007 (Ende März) bestätigte Vodafone. So soll der Umsatz um fünf bis 6,5 Prozent wachsen. Die EBITDA-Marge dürfte um einen Prozentpunkt niedriger liegen als im Vorjahr.

Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt ist außerdem der Europa-Chef von Vodafone, Bill Morrow, zurückgetreten. Morrow verlasse das Unternehmen aus "familiären Gründen", heiß es. Interimsnachfolger wird der Deutschlandchef Fritz Joussen. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits.

Morrow war rund zehn Jahre bei Vodafone und in dieser Zeit unter anderem für das Geschäft in Großbritannien und in Japan zuständig. Im April hatte ihn Vorstandschef Arun Sarin zum Vorstand für Europa benannt. In den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien hat der Weltmarktführer mit dem harten Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Morrow sollte durch Einsparungen die Rentabilität erhöhen. (dpa/tc)