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Vodafone erwartet härteren Wettbewerb in Europa

24.05.2005
Vodafone erwartet im neuen Fiskaljahr einen härteren Wettbewerb auf den europäischen Mobilfunkmärkten. Die Ergebnisse des Konzerns entsprachen den Erwartungen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem härteren Wettbewerb auf den europäischen Mobilfunkmärkten. In einigen Ländern sei die Mobilfunk-Verbreitung bereits sehr hoch und der Konkurrenzdruck nehme weiter zu, nicht zuletzt durch neue Marktteilnehmer, sagte Vorstandschef Arun Sarin am Dienstag in London. Die operative Marge des Mobilfunkgeschäfts könnte daher 2005/2006 (bis Ende März) um bis zu einem Prozentpunkt sinken.

Mit einer stärkeren Fokussierung auf Kundengruppen wolle Vodafone der Entwicklung entgegensteuern, sagte Sarin. So kündigte der Konzern etwa ein Angebot mit leicht bedienbaren Handys speziell für ältere Menschen an. Beim Umsatz rechnet die Gesellschaft weiterhin mit einem Zuwachs von sechs bis neun Prozent. Sarin äußerte sich zufrieden über den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres. Das Ergebnis liege über den eigenen Erwartungen, sagte er.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichneten die Briten erneut einen kräftigen Kundenzuwachs: Insgesamt unterzeichneten 16,3 Millionen Menschen einen Vertrag bei Vodafone. Die Kundenzahl stieg damit auf 154,8 Millionen, wovon 2,4 Millionen UMTS-Nutzer sind.

Der operative Gewinn (EBITDA) vor Sonderposten sei auf 13,04 (Vorjahr: 12,64) Milliarden britische Pfund gestiegen. Der Umsatz kletterte leicht auf 34,1 Milliarden Pfund und der Gewinn je Aktie vor Sonderposten um 14 Prozent auf 10,41 Pence. Den Fehlbetrag konnte Vodafone auf 7,5 Milliarden nach einem Verlust von 9,02 Milliarden Pfund im Vorjahr eindämmen. Verantwortlich für den hohen Verlust sind Abschreibungen in Höhe von 14,7 Milliarden Pfund. Die Dividende will das Unternehmen auf 4,07 Pence je Anteil verdoppeln.

Mit der Bilanz erfüllte der Branchenprimus die Erwartungen der Experten. Analysten hatten im Durchschnitt einen EBITDA-Gewinn von 12,9 Milliarden Pfund und einen Umsatz von 34 Milliarden Pfund erwartet. Vodafone kündigte zudem ein umfangreiches Aktienrückkauf-Programm an. Insgesamt sollen für 4,5 Milliarden Pfund Vodafone-Titel erworben werden. Experten hatten diesen Schritt erwartet.

Die Aktie von Vodafone verlor im frühen Handel 3,24 Prozent auf 141,75 Pence. Händler bezeichneten den Margenausblick als enttäuschend. (dpa/tc)