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Vodafone bietet 12,6 Milliarden Euro für Cegetel

05.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vodafone will rund 12,6 Milliarden Euro für den französischen Mobilfunkkonzern Cegetel bieten. Das berichtet das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf firmennahe Kreise. Vodafone möchte insbesondere die Kontrolle über die Cegetel-Tochter SFR übernehmen, der zweitgrößten Mobilfunkgesellschaft Frankreichs. Bisher sind die Briten mit 20 Prozent und Cegetel mit 80 Prozent beteiligt. Vodafone hält 15 Prozent an Cegetel und will jetzt die Hauptanteilseigner - der Medienkonzern Vivendi Universal und die BT Group - dazu bringen, ihre Anteile (44 beziehungsweise 26 Prozent) zu verkaufen.

Mit der Übernahme von SFR würde Vodafone die Kontrolle über einen der wichtigsten europäischen Märkte erhalten, der im globalen Portfolio des weltgrößten Mobilfunkanbieters noch nicht abgedeckt ist. Frankreich ist ein attraktiver Markt, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern nur drei Anbieter gibt und die Handy-Penetration noch nicht so weit fortgeschritten ist wie im übrigen Westeuropa.

Während BT sich verhandlungsbereit zeigt, sträubt sich Vivendi bislang gegen einen Verkauf seiner Anteile. Dabei könnte der hoch verschuldete Mischkonzern das Geld gut gebrauchen. Insider halten es daher für wahrscheinlich, dass Vivendi noch einlenken wird - vorausgesetzt der Preis ist hoch genug. Andererseits zählt das Cegetel-Geschäft derzeit zu den profitabelsten Bereichen von Vivendi, was wiederum gegen einen Verkauf sprechen würde. (sp)