Application Delivery

VMware schnappt sich Cloudvolumes

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VMware hat das Startup Cloudvolumes übernommen und verspricht nun Delivery von Windows-Anwendungen in (nahezu) Echtzeit.

Finanzielle Details der Akquisition wurden nicht mitgeteilt. Dafür aber sehr wohl ein paar technische, und zwar in einem Blogpost von Kit Colbert, VMwares CTO End-User Computing (EUC). Cloudvolumes‘ Spezialität sei eine als Layering bezeichnete Technologie, schreibt Colbert. Dabei werde eine Windows-Instanz in verschiedene Teile aufgespalten, diese könnten dann beispielsweise den Systemkern, ein oder mehrere Applikationen und die Nutzerdaten enthalten. Verteile man diese Stücke auf voneinander getrennte Layer, ließen sie sich deutlich einfacher und weniger fehleranfällig als üblich zu einem System hinzufügen und auch wieder daraus entfernen.

Cloudvolumes-Funktionsschema
Cloudvolumes-Funktionsschema
Foto: VMware

Anwendungsprogramme in einer solchen Ebene würden nicht länger installiert, sondern über das Netz geliefert. Und mit der Technologie von Cloudvolumes gehe das so schnell, dass VMware die Lösung als "Real-Time Application Delivery" bezeichne. Cloudvolumes funktioniere sowohl in virtuellen als auch in physischen Umgebungen und speichere seine Layer auf vmdks (virtuell) und VHDs (physisch). Werde eine solche vmdk oder VHD gemountet, prüfe der Cloudvolumes-Agent, ob darin ein Layer enthalten sei und verbinde gegebenfalls die Anwendungen oder Nutzerdaten passend innerhalb von Sekunden.

Die zentrale Besonderheit der Cloudvolumes-Technologie sei, so Colbert weiter, dass sich ein Layer im laufenden Betrieb zu einem Desktop hinzufügen lasse. Anwendungen aus einem Read-only-Layer würden niemals kopiert oder installiert, der jeweilige Desktop bleibe prinzipiell unberührt. Eine solche "dynamische Injektion" von Anwendungen und Daten ermögliche in der Folge radikal vereinfache RDSH- (Remote Desktop Sesion Host) und VDI-Architekturen (Virtual Desktop Infrastructure).

Harry Labana, Chief Product Officervon Cloudvolumes, bezeichnet die technische Architektur allerdings genauer als Hybriden aus Layering, Anwendungsvirtualisierung und Container-Technik (à la Docker für die Linux-Welt), die Anwendern eine hohe Anwendungskompatibilät bei Weiterbenutzung der vorhandenen Infrastruktur ermögliche.