Wichtige Features auf später verschoben

VMware erneuert Lösung für virtuelle Desktops

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Die EMC-Tochter bringt unter der Bezeichnung "View 3" die nächste Version von VMware VDI. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen ein höherer Benutzerkomfort und ein besseres Image-Management.

VMware gilt als Pionier für virtuelle Desktop-Umgebungen (VDI), bei denen der Arbeitsplatzrechner in eine virtuelle Maschine auf dem Server umzieht. Für dieses zentralistische Modell verspricht der Hersteller eine kostengünstigere Administration und mehr Sicherheit. Tatsächlich sind VDI-Lösungen jedoch noch nicht so weit ausgereift, dass sie herkömmliche PCs in großem Stil ersetzen können. Mit View 3 (Nachfolger von "VMware VDI") möchte das Unternehmen sein Konzept als reelle Alternative zum traditionellen Desktop voranbringen. Dabei befindet sich VMware in einem Wettlauf mit dem Microsoft-Partner Citrix, der mit "XenDesktop" ein konkurrierendes Produkt anbietet.

Besseres Benutzererlebnis

Zu den wesentlichen Defiziten von VDI-Lösungen zählt, dass auf die virtuellen Desktops von einem (schlanken) Endgerät aus mittels Remote-Display-Protokollen zugegriffen werden muss. Dadurch ergeben sich erheblich Einbußen bei der Darstellungsqualität, speziell von Multimedia-Anwendungen. View 3 macht in diesem Punkt Fortschritte durch Erweiterungen für das Remote Desktop Protocol (RDP). Dieser von Microsoft entwickelte Mechanismus hinkt dem vom Rivalen Citrix genutzten ICA deutlich hinterher.

Die von VMware angebotenen RDP-Extensionen unterstützen die Umleitung von Multimedia-Anwendungen auf den physikalischen Client, so dass diese lokal ausgeführt werden ("Multimedia Redirection"). Hinzu kommen die Unterstützung für mehrere Monitore und nicht-isochrone USB-Geräte wie Speicher-Sticks, Drucker oder Scanner. Lokal am Endgerät angeschlossene Webcams und Headsets sind im entfernten Desktop aber nicht verfügbar.

Verbesserungen gibt es auch beim Drucken dank des von VMware in Lizenz genommen "Thinprint". Endanwender können damit ohne Installation von spezifischen Druckertreibern auf lokale und Netzwerkdrucker zuzugreifen. Die eingesetzte komprimiert zudem die Druckaufträge und beschleunigt damit den Ausdruck.