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Vivendi verklagt Telekom auf Milliarden-Schadenersatz

17.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf die Deutsche Telekom kommt eine Milliardenklage zu. Der Medienkonzern Vivendi Universal will das Bonner Unternehmen jetzt vor einem französischen Gericht auf Schadenersatz in Höhe von 2,2 Milliarden Euro verklagen. Das kündigte Vivendi Universal am Dienstag in Paris an. Hintergrund ist ein Streit um die Besitzrechte an dem polnischen Mobilfunkanbieter PTC.

Die Telekom wolle auf unrechtmäßige Weise PTC übernehmen und habe daher 2004 die Verkaufsverhandlungen mit Vivendi und Elektrim abgebrochen, lautet der Vorwurf. Mit ihrem Vorgehen wolle die Telekom PTC zu einem günstigen Preis erwerben. Das Bonner Unternehmen hatte ursprünglich 1,3 Milliarden Euro geboten. Ein Telekom-Sprecher wies den Vorwurf zurück: "Die Klage entbehrt jeder rechtlichen Grundlage."

Die Deutsche Telekom ist seit längerem bestrebt, ihren Anteil an Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) von 49 Prozent auf eine Mehrheit zu erhöhen. Vivendi Universal war nach eigener Darstellung über ein Gemeinschaftsunternehmen mit der polnischen Gesellschaft Elektrim mit 51 Prozent an PTC beteiligt. Dies bestreitet die Deutsche Telekom und sieht sich in ihrer Haltung durch Gerichtsentscheidungen bestätigt.

Ein Wiener Schiedsgericht hatte im Dezember die Transaktion der PTC-Aktien zu dem Vivendi/Elektrim-Joint Venture als widerrechtlich eingestuft. Ein Warschauer Gericht stimmte dem Spruch zu. Vivendi legte jedoch sofort Einspruch in Warschau dagegen ein. (dpa/tc)