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Vivendi kämpft um Cegetel-Anteile

18.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Konzern Vivendi Universal hat sich mit Wandelanleihen zusätzliche Munition für die Übernahmeschlacht mit Vodafone um den Mobilfunkanbieter Cegetel (Computerwoche online berichtete) besorgt. Die Papiere haben eine Laufzeit von drei Jahren und können anschließend in Vivendi-Aktien umgewandelt werden. Der mit rund 19 Milliarden Euro verschuldete französische Medienkonzern erzielte mit den Wechseln nach eigenen Angaben bis Freitag 885 Millionen Euro, erwartet wurde ein Betrag zwischen 770 Millionen und einer Milliarde Euro.

Das Geld alleine reicht allerdings kaum aus, um in Sachen Cegetel etwas zu bewegen: Vodafone hat dem mit 44 Prozent an Cegetel beteiligten Vivendi-Konzern sowie den beiden Miteignern British Telecom (BT) (26 Prozent) und SBC Communications (15 Prozent) ein Übernahmeanbot in Höhe von insgesamt rund 13 Milliarden Euro unterbreitet (Computerwoche online berichtete). Die Franzosen halten jedoch ein Vorkaufsrecht für den Kauf der Cegetel-Anteile von BT und SBC. Dabei müssten sie sich bereit erklären, den von Vodafone gebotenen Preis zu zahlen, bei SBC wäre noch ein Aufschlag von 13 Prozent fällig. Für die billigste Lösung, die Mehrheit an Cegetel zu erhalten, muss Vivendi vier Milliarden Euro für den Kauf von BT's 26-prozentige Beteiligung aufbringen.

Neben dem Geld durch die Wandelanleihe hat Vivendi seit Anfang Juli weitere 4,1 Milliarden Euro durch den Verkauf von Geschäftsteilen erlöst. Gleichzeitig will das Pariser Unternehmen einen Kredit aufnehmen. Bislang hatte Vivendi mit den Banken über eine Kreditlinie in Höhe von drei Milliarden Euro verhandelt, um Cegetel zu übernehmen. Jetzt soll ein Darlehen über eine Milliarde Euro genügen. (mb).