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Vivendi-Chef Messier wirft das Handtuch

02.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die offizielle Bestätigung ist erst für den Mittwoch geplant, aber den Branchenbeobachtern gilt bereits als sicher: Jean-Marie Messier, Chief Executive Officer des französisch-amerikanischen Medien- und Unterhaltungskonzerns Vivendi Universal übergibt das Steuer an Jean-René Fourtou. Nun soll der ehemalige Chef des Pharmakonzerns Rhône-Poulenc das mit schätzungsweise 15 Milliarden Euro verschuldete Unternehmen wieder auf die Gewinnerstraße bringen.

Durch die Fusion mit der Seagram-Gruppe, Eignerin der Universal-Studios und des Schallplatten-Labels Polygram, sowie durch oder Zukauf von TV-, Telefon- und Internetfirmen wie Canal Plus, Cegetel, MP3.com und VUNet hatte Messier das ehemalige Versorgungsunternehmen Générale des Eaux in einen weitverzweigten Mischkonzern mit Schwerpunkt auf dem Medien- und Unterhaltungssektor, sprich: einen Konkurrenten für AOL/TimeWarner, umgewandelt. Die Anleger standen dem Unternehmenskonzept zeitweilig äußerst positiv gegenüber. Im März 2000 notierte das Vivendi-Papier bei 150 Euro. Doch die Talfahrt der Technolgiewerte entlarvte Messiers Akquisitionswut als Hochstapelei: Im vergangenen Jahr verbuchte Vivendi Universal einen Nettoverlust von 13,6 Milliarden Euro; der Wert der Aktie sank auf weniger als 20 Euro. Den geplanten Führungswechsel hingegen quittierten die Börsen in New York und Paris am Montag mit leichten Kurssteigerungen um vier beziehungsweise neun Prozent.

(qua)