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Vista kann den PC-Markt nicht beflügeln

18.09.2006
PC-Hersteller müssen sich nicht nur auf ein schwaches Weihnachtsgeschäft einstellen, sondern gegebenenfalls auch auf einen schleppenden Jahresauftakt.

Die Auslieferung von Windows Vista (derzeit für Endanwender Ende Januar 2007 geplant) wird sich vorerst nicht nennenswert auf den PC-Markt auswirken. Nach Einschätzung der Marktforscher von Gartner lockt die Marketing-Kampagne für Vista zwar einige Kunden an, doch von einer Bewegung auf breiter Front könne nicht ausgegangen werden. Schließlich werde Vista nicht genügend Anwender überzeugen, ihre Rechner rasch zu ersetzen.

Zudem ist Gartners Research Director George Shiffler der Ansicht, dass PCs im diesjährigen Weihnachtsgeschäft keinen hohen Stellenwert in der Gunst der Käufer haben - was natürlich auch daran liege, dass Vista nicht rechtzeitig verfügbar sein wird. Andererseits gebe es viele Alternativen im Segment der Consumer Electronic, um sein Geld zu investieren. Ursprünglich wollte Microsoft das neue Betriebssystem im November auf den Markt bringen, verschob aber die Auslieferung für Endanwender auf den Januar 2007. In Amazons Online-Shop war für Vista-Vorbesteller als Verkaufsdatum der 30. Januar 2007 genannt worden.

Derzeit duelliert sich Microsoft auch noch mit der EU-Kommission über die Sicherheitsfunktionen im Betriebssystem. Daher stellte der Konzern den Auslieferungszeitpunkt für Vista zumindest in Europa kurzerhand zur Disposition. Gartner hatte in der vergangenen Woche für das laufende Jahr einen weltweiten Anstieg der PC-Verkaufszahlen von 10,5 Prozent prognostiziert. Dabei soll der Umsatz wegen des anhaltenden Preisverfalls gegenüber 2005 geringfügig schrumpfen. Vor allem das Geschäft in den gesättigten Märkten Westeuropas und hier speziell in Deutschland lief im zweiten Quartal schlecht. (ajf)