Microsoft

Vista-Capable-Programm bringt 1,5 Milliarden Dollar

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Hardware-Partner haben Microsoft 1,5 Milliarden Dollar für die Teilnahme am Vista-Capable-Programm überwiesen, behauptet ein Gutachter vor Gericht.

Partnerschaften waren schon immer wichtig für den Erfolg von Microsoft. Dies gilt auch für Produkte, die nicht wirklich erfolgreich waren - siehe Windows Vista. Laut Erhebungen des Wirtschaftsprofessors Keith Leffler der University of Washington sollen nämlich die Hardware-Partner des Konzerns rund 1,5 Milliarden Dollar für die Teilnahme am Vista-Capable-Programm gezahlt haben. Im Gegenzug durften sie Aufkleber auf ihren PCs anbringen, aus denen zu schließen war, dass der Rechner Vista ausführen kann.

Wichtig: Vista ist ungleich Aero.
Wichtig: Vista ist ungleich Aero.

Diese Frage ist in den USA inzwischen Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, für das Lefflers Gutachten eingeholt wurde. Im März 2007 hatte Dianne Kelley einen Rechner gekauft ("Vista capable"), der jedoch nur Vista in der abgespeckten Version und nicht mit der grafisch aufgemotzten Aero-Oberfläche darstellte. Dies sei irreführend gewesen, so die Klägerin. Im April 2006 hatten die ersten PC-Hersteller Geräte mit dem Aufkleber angeboten; einen Monat später stellte Microsoft auf einer Website klar, dass Vista (Home Basic) nicht gleich Vista (Home Premium) ist. Später folgte ein eigener Aufkleber für Premium-Vista-Maschinen.

Auf der diese Woche beginnenden Messe CES in Las Vegas wird allgemein damit gerechnet, dass Microsoft-CEO Steve Ballmer eine offizielle Betaversion des Vista-Nachfolgers Windows 7 vorstellen wird (die inoffizielle Beta gibt es seit Weihnachten im Online-Kanal). Das fertige Betriebssystem soll spätestens in einem Jahr erscheinen. Damit wäre Vista dann Geschichte, sollte inzwischen auch das Gericht zu einem Urteil gekommen sein. Spannend wird es allemal: Angeblich muss sogar Steve Ballmer in den Zeugenstand.