Visitenkarten per Smartphone auslesen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Eine mobile Anwendung für Symbian-Smartphones hilft, die Berge von eingesammelten Visitenkarten abzuarbeiten.

Obwohl längst zur Höflichkeitsbekundung verkommen, hat der Austausch von Visitenkarten den eigentlichen Zweck, die Informationen zu neuen Kontakten zu sammeln - idealerweise in einer Datenbank. Eine entsprechende Nachbearbeitung kann allerdings mehrere Stunden in Anspruch nehmen, etwa wenn die Kärtchen nach Großveranstaltungen wie der CeBIT schon die Brusttasche des Sakkos oder das Portemonnaie ausbeulen. Abhilfe schafft die Möglichkeit, die Visitenkarten kurz nach dem Erhalt abzuarbeiten, etwa mit dem "Abbyy Business Card Reader": Die Applikation nutzt die Kamera eines Smartphones, um die Visitenkarte einzuscannen und als Kontakt zu speichern. Anschließend kann der Eintrag etwa via Synchronisation auf einen PC weitergeleitet werden.

Der Prozess ist relativ einfach: Zur Aufnahme gibt die mobile OCR-Software auf dem Handy-Display einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Visitenkarte platziert werden muss. Anschließend wird das Bild automatisch zu einen Verarbeitungs-Screen weitergeleitet und die extrahierten Details in den relevanten Feldern angezeigt. Hier kann der Nutzer die Angaben bearbeiten und gegebenenfalls korrigieren, bevor sie in den Ordner Kontakte wandern. Ist der Name dort bereits gespeichert, fügt die Anwendung lediglich die zusätzlichen Informationen hinzu beziehungsweise aktualisiert den Eintrag. Auf Wunsch kann der Nutzer diese Option in Abbyy BCR aber auch ausschalten. Dies ist nützlich, wenn der Kontakt neben dem Geschäfts-Handy auch ein privates Gerät nutzt.
Fazit:

Die überraschend vielen Einstellmöglichkeiten im Menü tragen dazu bei, die Fehlerrate relativ gering zu halten und so die Tauglichkeit zu steigern. Wermutstropfen ist freilich, dass die etwa zehn Euro teure Anwendung bislang nur für Symbian-Smartphones von Nokia (Plattform S60) und - in Lizenz - für einige Samsung-Handys mit Betriebssystem Windows Mobile angeboten wird. Während eine Version für Google Android in Arbeit ist, müssen sich Besitzer eines Apple iPhone noch gedulden: Wie Jupp Stoepetie, CEO von Abbyy Europe, in einem CW-Gespräch erklärte, sei die integrierte Kamera schlichtweg zu schwach.