Virtual Server fordert VMware heraus

Eric Tierling, Master in Information Systems Security Management (Professional), blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich zurück. Neben Hunderten an Fachbeiträgen hat er über 50 Bücher veröffentlicht. Er ist Spezialist für Themen rund um die Informationssicherheit sowie einer der bekanntesten Experten Deutschland für Windows Server und Microsoft-basierte Infrastrukturen.
Mit "Virtual Server 2005" hat Microsoft eine Server-Variante seiner Virtualisierungssoftware auf den Markt gebracht. Das Tool erweist sich als tauglich, bleibt aber hinter der VMware-Konkurrenz zurück. Bereits im November 2002 hatte die Firma Connectix Betatestern eine Server-Variante ihrer "Virtual-PC"-Software angeboten. Im Anschluss an die Übernahme der Company im Februar 2003 führte Microsoft das Betaprogramm in eigener Regie fort über etliche Monate hinweg. Im September 2004 stellte der Softwarekonzern schließlich die finale Version von Virtual Server 2005 fertig.
Die Verwaltung von Virtual Server 2005 erfolgt über eine Web-basierende Oberfläche. Fernwartung ist damit möglich.
Die Verwaltung von Virtual Server 2005 erfolgt über eine Web-basierende Oberfläche. Fernwartung ist damit möglich.

Vereinfacht ausgedrückt, besteht dessen Aufgabe darin, auf einer als "Host" agierenden Server-Maschine komplette x86-Computer zu emulieren und dadurch virtuelle PCs in Form von "Gästen" bereitzustellen, in denen unterschiedliche Betriebssysteme mitsamt Applikationen laufen.

Leistung des Host-PCs bestimmen die Gäste

Wie viel Leistung der Host-PC bieten muss, hängt maßgeblich von der Anzahl der gleichzeitig laufenden Gast-Betriebssysteme ab, beziehungsweise davon, welche Ressourcen die Gäste beanspruchen. Geht es beispielsweise um das Testen von verteilten oder selbst programmierten Anwendungen, steht hohe Performance nicht im Vordergrund. Soll hingegen ein physikalischer Server in einen virtuellen verwandelt werden, um künftig unter Virtual Server 2005 zu laufen, muss der Host genügend Leistungsreserven bereithalten, damit der Gast mit der gewünschten Geschwindigkeit arbeitet. Bei der Konsolidierung mehre-rer physikalischer Server durch ihre Transformation in virtuelle Gast-PCs gilt dasselbe. Allgemeingültige Formeln, wie viel CPU-Leistung, Arbeits- und Festplattenspeicher dafür konkret erforderlich sind, gibt es nicht, so dass im Zweifelsfall nur Ausprobieren sowie die Auswertung von Performance-Statistiken helfen.

Noch kein Support für 64-Bit-Prozessoren

Als Softwaregrundlage für den Host setzt Virtual Server 2005 entweder Windows Server 2003 (wahlweise Standard, Enterprise und Datacenter Edition) oder Windows Small Business Server 2003 (Standard und Premium Edition) voraus. Von Microsoft für den produktiven Einsatz nicht empfohlen, ist es alternativ zu Testzwecken möglich, die Software auf einem PC unter Windows XP Professional zu betreiben. In jedem Fall muss es sich um einen Windows-Host mit 32-Bit-CPU handeln. Mit einem 64-Bit-System, bei dem zum Beispiel AMDs Opteron und die zugehörige 64-Bit-Extended-Ausführung von Windows Server 2003 den Ton angeben, weiß Virtual Server 2005 bisher nichts anzufangen.

Reibungslose Inbetriebnahmeinnerhalb von Minuten

Falls noch nicht geschehen, muss zuvor auf dem Host der "Internet Information Server" (IIS) eingespielt und aktiviert werden, da hierüber die Verwaltung des Virtual Server 2005 erfolgt. Die Installation der Virtualisierungssoftware geht binnen weniger Minuten vonstatten. Angenehm fällt auf, dass anschließend kein Neustart erforderlich und Virtual Server 2005 sofort startklar ist.