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Vignette will wieder in Deutschland investieren

10.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische Content-Management- und Portalanbieter Vignette möchte verstärkt komplette Softwarelösungen für bestimmte Prozesse anbieten, die auf der eigenen Produktpalette aufsetzen. Ein erstes Angebot hierzu sei eine Compliance-Lösung, die es Firmen erleichtern soll, gesetzliche Vorschriften wie etwa den amerikanischen Sarbanes-Oxley Act zu erfüllen. Weitere Produkte sollen folgen, Details nannte das Unternehmen nicht.

Vignette vertreibt Software für die Verwaltung von Inhalten unterschiedlicher Formate im Unternehmen; anfangs galt dies nur für Web-Content, später erweiterte der Hersteller den Funktionsumfang durch einige Übernahmen. So hatten sich die Texaner den Portalspezialisten Epicentric, Intraspect (Collaboration) und Tower Technologies (Dokumenten-Management und Archivierung) einverleibt. Gerüchten zufolge hat der Anbieter auch vor, den schweizerischen Content-Management-Anbieter Day Software zu schlucken. Dies dementieren Vignette-Manager jedoch. Day hatte in einigen Projekten Vignette-Installationen abgelöst.

Nach den Worten von Irja Wichert, die seit etwa einem Jahr den Vertrieb in Zentral- und Osteuropa leitet und damit auch für das Deutschland-Geschäft zuständig ist, wird Vignette die hiesige Niederlassung ausbauen. Derzeit sind 20 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt. Eigenen Angaben zufolge hat sich die Firma vom rigiden Sparkurs verabschiedet, der unter anderem dazu geführt hatte, dass Wicherts Vorgänger wegen mangelnder Unterstützung aus den USA entnervt das Handtuch warf. Mittlerweile sei es gelungen, das Image des reinen Web-Content-Spezialisten abzustreifen und sich als Komplettanbieter für das Enterprise-Content-Management zu positionieren. Diese Ausrichtung komme auch bei den Kunden gut an. Auch finanziell ist der Hersteller auf dem Weg der Besserung, wie die jüngsten Geschäftsergebnisse zeigen.

Hierzulande gut verkaufen ließ sich Wichert zufolge das Collaboration-Produkt, an dem insbesondere Entwicklungsabteilungen großer Firmen Interesse hätten. Software dieser Art gestattet es den Nutzern, virtuelle Teams zu bilden, gemeinsame Ablagen zu nutzen und projektbezogene E-Mail-Kommunikation zu bündeln. (fn)