Elektronischer Personalausweis

Viele Bürger gegen E-Ausweis

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Im November startet der neue Personalausweis. Zustimmung und Ablehnung der Bürger halten sich die Waage. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter tausend Personen ab 14 Jahre im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom.

Demnach begrüßen nur 46 Prozent der Bevölkerung die Einführung, 45 Prozent lehnen sie aber eher ab. Bei den Internet-Nutzern (70 Prozent der Bevölkerung) liegt die Zustimmung deutlich höher als bei Menschen ohne Internetzugang: 52 Prozent zu 32 Prozent.

Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf.
Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf.

„Der neue elektronische Personalausweis hat das Potenzial, die Internet-Sicherheit enorm erhöhen - davon profitieren Verbraucher, Anbieter und Behörden“, warb dennoch Dieter Kempf, Mitglied des Bitkom-Präsidiums, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) und Vorstandvorsitzender der Datev bei der Vorstellung der Umfrage (PDF). „Die deutlichen Vorbehalte gegenüber dem neuen Ausweis vor allem bei Senioren zeigen, dass die Bevölkerung in den kommenden Monaten über die Möglichkeiten des Ausweises besser informiert werden muss.“

Der neue Personalausweis wird am 1. November eingeführt, er besitzt einen Chip mit elektronischem Identitätsnachweis. Durch ihn können sich Nutzer und Anbieter von Online-Services im Netz ausweisen - wenn sie denn wollen. Der Bürger muss dafür seinen Ausweis auf ein Lesegerät legen und eine Persönliche Identifikationsnummer eingeben.

Nur Unternehmen und Organisationen, die von einer staatlichen Stelle ein Zertifikat erhalten haben, können die elektronischen Daten auslesen. Zusätzlich können Verbraucher eine digitale Signatur auf dem Chip speichern. Mit ihr können sie auch online rechtskräftige Verträge abschließen.