CES 2011

Vidyo demonstriert Mobile-to-Mobile-Video-Conferencing

07.01.2011
Um aufzuzeigen, dass das Thema Video-Konferenzen nicht nur auf teueren Telepresence-Systeme und -Räume beschränkt ist, verbindet der Hersteller in einer Live-Demo sechs verschiedene mobile Devices über WLAN und 3G/4G mit seiner VidyoConferencing-Plattform.

Insgesamt kommunizierten auf dem Showstoppers-Event in Las Vegas ein iPhone 4, ein iPad, ein MacBook, ein Samsung Galaxy Tab, ein herkömmlicher Laptop und ein Google Nexus S mit der neusten Android-Version Gingerbread. Auf allen Devices ist ein Vidyo-Client installiert, außerdem griffen alle Teilnehmer (einer davon aus Japan, ein anderer in einem Steak-Restaurant in Kalifornien) über ein spezielles Portal (zur Schaltung der Videokonferenz) auf einen VidyoRouter zu. Dieser stellte nicht nur die Verbindung her, sondern handelte mit der auf den Geräten installierten Client-Software die optimale Bildqualität aus, abhängig von der Bildschirmgröße und der (schwankenden) Qualität der Internet-Verbindung.

Möglich ist dies, weil der Hersteller nicht auf den bisher bei HD-Videosystemen üblichen H.264/AVC-Codec setzt, sondern auf dessen Weiterentwicklung SVC (Scalable Video Coding). Die auf Basis von SVC von Vidyo patentierte Technologie sieht vor, dass der Video-Bitstream in mehrere Subset-Bitstreams mit verschiedenen Auflösungen, Qualitätsstufen und Bitraten zerlegt wird, die dann beim Empfänger wieder zusammengesetzt werden. Auf diese Weise können bei der Übertragung Subsets verloren gehen (Packet loss), ohne dass dies sichtbare negative Auswirkungen auf das Bild hat. Oder der VidyoRouter überträgt einige Substreams proaktiv nicht mit, um den Video-Stream an die Charakteristika von Endgerät und Verbindung anzupassen.

Die erforderliche Infrastruktur ist dabei relativ schlank im Vergleich zu Videoconferencing-Systemen von anderen Herstellern, die spezielle, kostspielige Multipoint Conferencing Units (MCU) zur Anbindung verschiedener Endgeräte benötigen und mit dem damit verbundenen Encoding und Decoding die Latenzzeit erhöhen.

Ziel der Übung war es zu demonstrieren, dass Mitarbeiter auch von zuhause oder unterwegs über sein Mobile-Device an einer Videokonferenz seines Unternehmens teilnehmen kann. Neben Enterprise-Kunden interessieren sich laut Marty Hollander, Senior Vice President Market Development bei Vidyo, aber zunehmend auch Service Provider, die bandbreitenintensive Dienste für ihre neuen 3- und 4-G-Netze suchen. Der bekannteste OEM-Kunde ist sicher Google, der die Vidyo-Software für Video-Chats in Google Talk nutzt.

Mehr zum Thema? Testbericht Vidyo Videokonferenzsystem

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